Statistik
Unfallzahl in Marktoberdorf gegen den Trend

Deutlich mehr Getötete, deutlich mehr Verletzte: So sieht die Unfallstatistik des vergangenen Jahres für das Bundesgebiet und auch für das Allgäu aus. Nur im Bereich der Polizeiinspektion Marktoberdorf ist es erfreulicherweise genau umgekehrt. Dort passierten nicht nur weniger Unfälle. Es gab auch weniger Verletzte und nur ein Todesopfer. "So wenig Tote wie noch nie", ist Marktoberdorfrs Polizeichef Alfred Immerz zufrieden.

Es fällt auf, dass von den 897 Unfällen 518 kleinere Karambolagen sind und davon 291 Wildunfälle. Gerade bei den Kleinunfällen lasse sich durch Kleinigkeiten viel verbessern. Dies hätten optimierte Ampelschaltungen, ein neues Stoppschild etwa am Jörglweg in Marktoberdorf oder eine Bedarfsampel an der Schießstattstraße gezeigt.

Besonders betroffen waren im vergangenen Jahr die schwächsten Verkehrsteilnehmer, angefangen von den Fußgängern über die Radler bis hin zu den Motorradfahrern. Denn entgegen dem Trend im Inspektionsbereich ist die Anzahl der Unfälle mit ihnen gestiegen.

40 Radfahrer (vier mehr als zuvor) waren in Unfälle verwickelt. Dabei wurden zehn schwer verletzt – blieben also länger als 24 Stunden im Krankenhaus – und 23 leicht. Die deutliche Mehrheit hatte keinen Helm getragen, der vielleicht Schlimmeres hätte verhindern können.

Allein fünf der Unfälle ereigneten sich in der Ruderatshofener Straße, weshalb Immerz eine alte Forderung erneuert: den Radweg dort beidseits in Richtung Norden zu verlängern.

Viel selbst verschuldet

32 motorisierte Zweiradfahrer (plus drei) waren an den Unfällen beteiligt. Mehr als die Hälfte von ihnen (18) haben den Unfall selbst verschuldet. Insgesamt wurden 36 Personen verletzt. Die Zahl der Unfälle mit Fußgängern erhöhte sich um acht auf 19. Dabei zogen sich 14 Personen Verletzungen zu. Zufrieden registriert die Polizei, dass die Schulwegunfälle von fünf auf zwei gesunken ist.

So sehr Immerz das begleitete Fahren für junge Autofahrer ab 17 Jahren erneut lobt, so sehr hebt er auch den Zeigefinger: Überhöhte Geschwindigkeit ist bei den 18- bis 24-Jährigen mit 22 der insgesamt 68 Fälle nach wie vor Unfallursache Nummer eins. Zum Vergleich: Bei den über 65-Jährigen waren nur drei Unfallfahrer zu schnell. Dafür haben sie erhebliche Probleme mit der Vorfahrtregelung und fallen besonders bei Kleinunfällen wie Parkrempler auf.

Mehr Betrunkene am Steuer

Als besonders ärgerlich empfindet Immerz, dass die Zahl der Alkoholunfälle von 13 auf 17 gestiegen ist. Insgesamt hat die Polizei 60 Autofahrer 'blau' erwischt. Deshalb begrüßt er die Änderung im Verkehrssünderregister. Künftig werden die Vergehen im Bereich zwischen 0,5 und 1,09 Promille fünf Jahre lang gespeichert, bisher waren es zwei.

Im Bereich der Straftat, also bei Fahrten mit mehr als 1,1 Promille, sollen Verstöße zehn Jahre lang im Register stehen bleiben.

Doch Immerz verteilt auch Lob, etwa an die vielen Unfallzeugen. Dank ihres couragierten Verhaltens hätten die meisten Unfallfluchten aufgeklärt werden können. 127 Autofahrer (28 weniger als 2010) suchten das Weite. Fast 57 Prozent wurden allerdings erwischt, für die Inspektion ein Rekord.

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