Mobred Interview
«Ums Martinsheim täte es mir leid»

Bei mehreren Varianten, die bei der mobilen Redaktion zur Zukunft der Marktoberdorfer Grundschule St. Martin diskutiert wurden, müssten Museen wie Musikschule aus ihren angestammten Räumlichkeiten im Martinsheim weichen. So wurde die Idee laut, das Martinsheim in einen Neubau der Schule am historischen Standort einzubeziehen.

Dafür müssten Stadt-, Riesengebirgs- und Rödermuseum in eine neu zu schaffende Museumsmeile rund ums Hartmannhaus ziehen. Auch der Vorschlag, Museen wie Musikschule im Obergeschoss eines Schulneubaus in der Eberle-Kögl-Straße unterzubringen, fiel. Darüber sprachen wir mit Herbert Eigler, der sich seit Jahrzehnten im Heimatverein fürs Stadtmuseum engagiert, und mit Gottlieb Fischer, Leiter des Riesengebirgsmuseums.

Sind Sie aus allen Wolken gefallen, als plötzlich das Martinsheim mit seinen Museen zur Diskussion stand?

Eigler: Überrascht war ich nicht. Das Stadtmuseum und die anderen Museen sind ja nicht ans Martinsheim gebunden. Aber um das Martinsheim als städtebaulich dominierendes Gebäude täte es mir leid. Auch das wuchtige Eichenholztreppenhaus finde ich einfach fantastisch.

Und der Raum zur Straße hin eignet sich gut für Veranstaltungen. Fischer: Auch ich war nicht überrascht. Aber das Riesengebirgsmuseum sollte dort bleiben. So schöne Räumlichkeiten kriegen Sie so schnell nicht wieder - zumal wir immer wieder umgebaut haben mit neuen Vitrinen.

Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, wo die Museen stattdessen untergebracht werden könnten?

Eigler: Prinzipiell kann ein Museum in der Stadt überall sein, so lange es zentrumsnah ist. Am Rande der Stadt, beispielsweise am Hallenbad, wären die Museen tot - einfach abgeschrieben. Auch eine räumliche Zusammenfassung auf einem gemeinsamen Museumsareal könnte ich mir gut vorstellen. Fischer: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht - zumal ich einen Umbau in meinem Alter nicht mehr stemmen kann.

Das wäre dann Aufgabe der Stadtverwaltung. Aber zum Beispiel das Emmi-Fendt-Haus gehört ja der Stadt

Was halten Sie dann von der Idee einer Kulturspange oder Museumsmeile rund ums Hartmannhaus?

Eigler: Eine tolle Geschichte: Das Areal ist gut anfahrbar, zentrumsnah und dennoch ein beruhigter Fleck mit seinen Gärten und Höfen. Den könnte man bei der Museumsnacht mit Gerätschaften, Vorführungen und Veranstaltungen gut nutzen. Fischer: Keine Ahnung - dafür müsste man erst einmal überlegen, ob man die alten Gebäude saniert oder wegreißt.

Wie gefällt Ihnen der Vorschlag, die Museen ins Obergeschoss eines Neubaus der Martinsschule zu integrieren?

Eigler: Das fände ich super. Bevor man das Martinsheim abreißt, sollten die Fachleute sich aber überlegen, ob man es nicht auch schulisch zum Beispiel für Verwaltungsräume nutzen kann. Wegen der stark befahrenen Straße wären Klassenzimmer dort aber wohl nicht so sinnvoll.

Haben Sie Angst um die Zukunft der Museen oder der Martinsschule?

Eigler: Da es gute Ideen gibt, habe ich bei der ganzen Geschichte ein positives Gefühl, zumal die schlechten Möglichkeiten vom Tisch zu sein scheinen. Es ist beruhigend, dass sich auch der Bürgermeister gegen die Variante Mittelschule aussprach. Fischer: Wenn ich mal nicht mehr kann, wird es mit dem Riesengebirgsmuseum schwer. Katharina Maier als Museumsbeauftragte der Stadt kann ja nicht alle Museen betreuen.

Es wäre schade, wenn das verloren ginge, was wir aufgebaut haben - weil es in seiner Art in Deutschland einzigartig ist.

Herr Eigler, als Schulleiter in Thalhofen erhoffen Sie sich nichts von einer möglichen Umsprengelung?

Eigler: Wir haben uns als Schule in der Diskussion bewusst zurückgehalten. Wir wollen uns nicht im Vorfeld an einer Zerfledderung der Grundschule St. Martin beteiligen.

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