Bauausschuss
Umgehungspläne: Schlechte Nachrichten für Rieder

Die Hoffnungen der Menschen in Rieder auf den Bau einer Umgehungsstraße haben am Montagabend einen Dämpfer erhalten. Zwei der drei in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellten Trassenentwürfe stießen bei Behörden wie Landwirtschaftsamt, Untere Naturschutzbehörde und Wasserwirtschaftsamt auf Skepsis bis klare Ablehnung. Sie empfahlen vielmehr die Trassenvariante 3 - die allerdings mit 17 Millionen Euro aus Sicht des Staatlichen Bauamtes "hinsichtlich der Kosten nicht darstellbar" - sprich: zu teuer - sei. Eigentlich ging es um vier Trassenvorschläge, die das Biessenhofener Ingenieurbüro Mühlegg & Weiskopf in einer Studie untersucht hatte und nun dem Bauausschuss vorstellte. Bürgermeister Werner Himmer machte darauf aufmerksam, es handle sich um eine 'ganz, ganz, grobe Vorplanung'.

Man wolle fürs erste den 'Trend' im Gremiums erkunden, um den Grunderwerb rechtzeitig angehen zu können. Stadtbaumeister Peter Münsch machte darauf aufmerksam, dass bis 2015 eine mögliche Trasse mit den Grundstückseigentümern abgesprochen sein sollte.

Das sei Voraussetzung, um in den 'vordringlichen Bedarf' des Bundesverkehrswegeplans zu kommen. Laut Planer Bernhard Mühlegg hat Rieder eine Verkehrsbelastung von rund 6400 Fahrzeugen am Tag. Hier eine grobe Darstellung der Trassen:

Südumfahrung: Von Marktoberdorf kommend vor Rieder in einem weiten Bogen Richtung Weißen, dann zurück auf die B 16 kurz hinter Rieder. Länge gesamt: 3,9 Kilometer; Kosten: 7,8 Millionen Euro.

Nordumfahrung: zwei Varianten, eine davon weiträumig. Beginnend kurz nach dem Hochwieswald-Kreisel, beide schließen hinter Rieder wieder an der bisherigen B 16 an. Längen: 3,1 und 3,3 Kilometer, Kosten: 6,2 bzw. 6,6 Millionen.

Tunnel-/Troglösung: etwa auf der heutigen B 16-Strecke. Gesamt: 3,2 Kilometer, davon ein 1 km abgesenkt und größtenteils im Ort überdeckelt. Kosten: 17 Millionen.

Mühlegg hatte auch Stellungnahmen von Behörden zu den Vorschlägen eingeholt. Dabei zeigte sich, dass das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Untere Immissionsschutzbehörde, die Untere Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt eine Süd- oder Nordumfahrung kritisch sehen und teilweise oder ganz ablehnen.

Begründet wird dies zum Beispiel mit Landschaftsverbrauch, Eingriffen in den Naturhaushalt, Zerstörung von Biotopen,Tangierung von Privatgrund und Wasserschutzinteressen. Diese Ämter favorisieren deshalb die 'Tunnellösung'. Gegen diese aber hat das Staatliche Bauamt Bedenken.

Die Lösung 'erscheint unrealistisch', schreibt es und führt dafür neben Schwierigkeiten beim Bau und bei der Erschließung angrenzender Grundstücke die Finanzierung ins Feld.

Ratlosigkeit im Ausschuss

Laut Mühlegg waren die Positionen der Behörden zu erwarten: Während die einen zum Beispiel Natur oder Privatgrund unberührt lassen wollten und daher für die vom Staat zu finanzierende teure Tunnellösung plädierten, müsse das Bauamt das Vorhaben finanzieren. Im Übrigen halten sich laut Mühlegg die Erdbewegungen bei einer Süd- oder Nordumfahrung in Grenzen.

Die ablehnende Haltung der meisten Behörden und die hohen Kosten sorgten im Ausschuss für Ratlosigkeit. Zumal laut Mühlegg auch eine Problemlösung in Form von Schallschutz nicht in Frage kommt. Dafür fehle der Platz. Auch sieht er keine Möglichkeit, durch kürzere Umfahrungen Naturverbrauch und Kosten zu reduzieren.

Die Bürgerinitiative in Rieder, die sich für bessere Verkehrsverhältnisse stark macht, erhält nun die Studie, um sich näher damit befassen zu können. Ferner ist ein Infoabend in dem Stadtteil geplant.

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