Bauprojekt
Umgehung Rieder: Drei Vorschläge liegen vor

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Schon lange klagen die Menschen in Rieder über starken und vor allem schnellen Verkehr auf der Bundesstraße 16. Fast ebenso lange wird aus dem Marktoberdorfer Ortsteil nach einer Umgehungsstraße gerufen. Nun liegt dazu im Rathaus eine Studie mit möglichen Trassenvarianten vor.

Der Bauausschuss wird sich in seiner Sitzung am Montag, 27. Februar, ab 18.30 Uhr damit befassen. Eine Entscheidung liegt freilich noch in weiter Ferne. Zumal aus Finanzierungsgründen wohl frühestens etwa 2020 eine Umfahrung für Rieder gebaut werden könnte.

Die Bundesstraße 16, die durch Rieder führt, weist nach Angaben von Stadtbaumeister Peter Münsch eine Durchschnittsbelastung von 6400 Fahrzeugen pro Tag auf. Um für Fußgänger und Radfahrer die Gefahren zu mindern, wurde 2011 Jahr eine Querungshilfe eingebaut. Diese ändert aber nichts an den Hauptproblemen: Schnell fahrende Fahrzeuge, Lärm, Abgase und Teilung des Dorfes durch die B 16.

Das Biessenhofener Ingenieurbüro Mühlegg/Weisskopf hat sich nun in einer Studie im Auftrag der Stadt mit möglichen Lösungen befasst. Laut Stadtbaumeister Münsch wurden dabei drei Ansätze untersucht.

Lösung direkt im Ort: Münsch zufolge war hier der Ansatz, eine 'Optimierung' der heutigen innerörtlichen B16 zu erreichen. Die Straße müsste teils abgesenkt, untertunnelt oder 'überdeckelt' werden. Bei dieser Lösung gäbe es zwar keine Eingriffe in Natur und Landschaft, doch wäre dies die teuerste Variante. Zudem ist laut Münsch fraglich, ob sie finanziert würde.

Südumfahrung: Bei ihr würde die B 16-Trasse zwischen dem Kreisverkehr Hochwieswald und Rieder in Richtung Süden schwenken, hin zum dortigen Rad- und Gehweg ('Dampflokrunde'), weiter Richttung Weißen führen, dann aber wieder nord-östlich drehen und etwa beim Parkplatz an der B 16 hinter Rieder an die schon bestehende Bundesstraße wieder anschließen.

Nordumfahrung: Diese Variante würde Rieder weiträumig nördlich umfahren. Nach dem Hochwieskreisel schwenkt die Trasse (in Richtung Füssen) nach Norden, durchschneidet die alte Rieder Allee und führt im weiten Bogen wieder zur bisherigen B 16/Parkplatz bei Rieder. Dabei würde sie auch die Straße Bertoldshofen-Rieder kreuzen. Diese Lösung habe die weiteste Entfernung zur Wohnbebauung, sei aber auch die längste, so Münsch.

Laut Münsch tangieren die Umfahrungen Privatgrund, landwirtschaftliche Flächen und teils auch ein Wasserschutzgebiet. Kostenschätzungen lägen erst zur Sitzung am Montag vor. Münsch erinnert daran, dass der Bund Straßenbaulastträger ist. Ziel sei, bis 2014 zu einer Lösung zu kommen, mit der die Riederer und die Grundstückseigentümer 'weitgehend leben können'.

Er sieht die weitere Planung unter zeitlichem Druck, denn 2015 soll voraussichtlich der Bundesfernstraßenplan wieder für fünf Jahre fortgeschrieben werden. Ziel müsse sein, mit dem Projekt in den 'vordringlichen Bedarf' zu kommen.

Forderung nicht chancenlos

Das betont auch Thomas Schweiger, Sachgebietsleiter beim Staatlichen Bauamt in Kempten. Nur bei vordringlichem Bedarf dürfe das Amt mit der Planung beginnen. Vorteilhaft sei auch, wenn die Stadt schon vorab sich die Trassenkorridore im Flächennutzungsplan sichere und Grundstücksprobleme löse – dann erhalte man eventuell schneller Baurecht.

Grundsätzlich gilt Schweiger zufolge, dass alle Vorschläge 'völlig neutral' aus der Kosten-Nutzen-Perspektive und nach ihrem 'ökologischen Risiko' bewertet werden. Auch wenn Rieder nicht gerade am stärksten verkehrsbelastet sei, sei eine Umfahrung 'definitiv nicht chancenlos'. Schließlich seien Rieder und Steinbach die einzigen Orte an der B 16 noch ohne Umfahrung.

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