Aufklärung
Trickdiebstahl - Polizei gibt Senioren in Marktoberdorf Tipps zur Vorbeugung

  • Foto: Bayer. Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen
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Solche Beispiele hört man auch in Marktoberdorf immer wieder. An einem Sonntagabend klingeln zwei Männer an der Tür einer 90-jährigen Seniorin in einem Mehrfamilienhaus in der Schwabenstraße und forderten Geld von ihr. Oft haben die Unbekannten mit einer solchen Masche Glück. Doch im aktuellen Fall machte es die alte Dame nach Ansicht der Polizei richtig: Sie schloss einfach wieder die Tür. Der Pflegedienst, der die Seniorin betreut, informierte die Polizei. Und dafür sind die Ordnungshüter auch dankbar. Denn nur so lassen sich Trickdiebstähle verhindern und den Betrügern das Handwerk legen.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West gibt in diesem Zusammenhang einige Tipps, wie man sich schützen kann. Denn Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere, meist hochbetagte Bürger betroffen sind. Das Grundprinzip: Die Täter täuschen ihre Opfer, um sich ungehindert Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Dabei gibt es bei den Tätern drei Grundmuster:

  • Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert;
  • Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten berechtigt;
  • Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung in die Wohnung nahelegt.

Treten Unbekannte in dieser Weise an die älteren Menschen heran, rät die Polizei zu folgendem Verhalten:

  • Lassen Sie niemals Fremde in ihre Wohnung!
  • Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch!
  • Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort – legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an!
  • Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist!
  • Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte hinauszureichen, ohne die Tür zu öffnen.
  • Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel).
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus und ziehen Sie Nachbarn hinzu.
  • Lassen Sie Handwerker nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt sind.
  • Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen.
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie laut an und rufen Sie um Hilfe.

Die Polizei bittet aber auch Nachbarn, den Kontakt zu älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern zu pflegen. Sie sollten den Senioren das Angebot machen, bei fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen. Erleichtert wird dies, wenn die Nachbarn vorab einen Zettel mit der eigenen Telefonnummer übergeben.

Schauspielerisch begabt

Generell weist die Polizei darauf hin, dass Tricktäter erfinderisch und schauspielerisch begabt seien. So dächten sie sich immer neue 'Schachzüge' aus, um sich das Vertrauen des Gegenübers zu erschleichen. Eine vollständige Aufzählung der verwendeten Tricks sei deshalb kaum möglich.

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