Marktoberdorf
Torffreie Blumenerde ist ein Beitrag zur Umwelt

Im Allgäu werden mit Unterstützung des Bundes seit 2010 Feuchtgebiete renaturiert. Warum es sich lohnt, mit tausenden Dämmen der Natur auf die Sprünge zu helfen. Bei der Umsetzung des Projekts ist jetzt Halbzeit und Erfolge werden sichtbar.

Was hat ein ausgetrocknetes Moor mit dem Klimawandel zu tun? Der Zusammenhang erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Wächst das Torfmoos nicht mehr im Wasser, zersetzt sich der Torf und dünstet klimaschädliches Kohlendioxid aus.

Es geht um enorme Mengen. Denn Moore bedecken zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche, binden aber doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen. Dies ist ein Grund, warum die Allgäuer Moore in den Fokus der Naturschützer geraten sind: Besonders viele Biotope sind hier intakt oder renaturierbar.

Um möglichst viele Moore zu erhalten, pumpt der Bund bis 2020 rund 7,3 Millionen Euro in die Allgäuer Moorallianz. Vom Marktoberdorfer Landratsamt aus betreuen drei Mitarbeiter fünf Moorkomplexe im Ost- und Oberallgäu mit 14.000 Hektar. Vorausgegangen war ein bundesweiter Wettbewerb, um als 'Naturschutzgroßprojekt Chance Natur' gefördert zu werden.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen ist nun Halbzeit. Ein Projektteil, die ländliche Entwicklung, ist Ende 2016 ausgelaufen: 'Wir hatten damit die Möglichkeit, attraktive touristische Einrichtungen zu schaffen', beschreibt Projektleiter Dr. Ulrich Weiland einen Vorteil.

Moorerlebniswelt

Unter anderem entstanden fünf Moorerlebniswelten, bei denen etwa am Elbsee, in Oy oder in Missen Wissenswertes vermittelt wird. Das gilt auch für Seeg, wo im Bahnhof das Thema Moor im Mittelpunkt steht: 'Dadurch entstand eine schöne touristische Einheit', lobte Wieland.

Die Förderung ermöglichte es zudem, Moorführer zu schulen, die etwa Mythen mit dem Moor verbinden. Zudem wird in Kooperation mit einem Erdenwerk torffreie Blumenerde vermarktet. Ein regionaler Verkaufsschlager - und ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung. Denn Torf in Blumenkasten und Gemüsebeet ist schlecht fürs Klima.

Besonders stolz sind die Mitarbeiter der Moorallianz auf das, was sie in der Landwirtschaft erreicht haben. Einst verwendeten Bauern die Mahd von Feuchtwiesen als Streue im Kuhstall. Durch billiges Stroh wurde dies unattraktiv. Die Folge: Feuchtwiesen verbuschten, sonnenliebende Pflanzen verschwanden.

Mit einem '50-Höfe-Programm' kehrte die Moorallianz diese Entwicklung teilweise um. 'Einige Betriebe haben sich mit neuen Maschinen ein zusätzliches Standbein in der Landschaftspflege geschaffen. Das wird noch über Jahre wirken', bilanziert Weiland. Ein Spezialmähwerk, das ein Bernbeurer entwickelt hat, schont Insekten und Amphibien.

Max Bennaski erhielt dafür sogar den Europäischen Bienenpreis. Zudem haben einige Biobauern ihre Ställe so umgestaltet, dass sie die Streue optimal einsetzen können, berichtet Weiland.

Sein Kollege Dieter Frisch von der Unteren Naturschutzbehörde im Ostallgäu muss dies neidlos anerkennen. Im Gegensatz zur Moorallianz könne er im Vertragsnaturschutz keine Investitionen fördern. Ein weiterer Vorteil der Allianz im Vergleich zum Amt: Die Behörde muss den Naturschutz oft von oben herab einfordern. - 'Wir setzen auf Freiwilligkeit und binden die Bevölkerung ein', stellt Simone Reylaender vom Projektbüro klar.

Nun tritt der Naturschutz für die Restzeit im Naturschutzgroßprojekte in den Vordergrund. Ziel ist es, möglichst viele Moore zu renaturieren. Das bedeutet: den Wasserhaushalt wiederherstellen und warten, dass sich moortypische Tiere und Pflanzen wieder ansiedeln.

In der Stadt Marktoberdorf sind heuer Renaturierungsmaßnahmen geplant. Auch wenn sich das nach Sisyphus-Arbeit anhört, es funktioniert: Schon nach einigen Jahren finden die Experten wieder wachsendes Torfmoos und Scheidiges Wollgras. Die Biotopstruktur kehrt zurück.

Ähnlich wichtig sind den Moorschützern die Pufferzonen: blühende, artenreiche Feuchtwiesen. An der Mehlblockalpe bei Görisried geht es beispielsweise darum, diese beweidete Kulturlandschaft zu erhalten.

Was hat ein ausgetrocknetes Moor mit dem Klimawandel zu tun? Der Zusammenhang erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Wächst das Torfmoos nicht mehr im Wasser, zersetzt sich der Torf und dünstet klimaschädliches Kohlendioxid aus.

Es geht um enorme Mengen. Denn Moore bedecken zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche, binden aber doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen. Dies ist ein Grund, warum die Allgäuer Moore in den Fokus der Naturschützer geraten sind: Besonders viele Biotope sind hier intakt oder renaturierbar.

Um möglichst viele Moore zu erhalten, pumpt der Bund bis 2020 rund 7,3 Millionen Euro in die Allgäuer Moorallianz. Vom Marktoberdorfer Landratsamt aus betreuen drei Mitarbeiter fünf Moorkomplexe im Ost- und Oberallgäu mit 14.000 Hektar. Vorausgegangen war ein bundesweiter Wettbewerb, um als 'Naturschutzgroßprojekt Chance Natur" gefördert zu werden.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen ist nun Halbzeit. Ein Projektteil, die ländliche Entwicklung, ist Ende 2016 ausgelaufen: 'Wir hatten damit die Möglichkeit, attraktive touristische Einrichtungen zu schaffen", beschreibt Projektleiter Dr. Ulrich Weiland einen Vorteil.

Moorerlebniswelt

Unter anderem entstanden fünf Moorerlebniswelten, bei denen etwa am Elbsee, in Oy oder in Missen Wissenswertes vermittelt wird. Das gilt auch für Seeg, wo im Bahnhof das Thema Moor im Mittelpunkt steht: 'Dadurch entstand eine schöne touristische Einheit", lobte Wieland.

Die Förderung ermöglichte es zudem, Moorführer zu schulen, die etwa Mythen mit dem Moor verbinden. Zudem wird in Kooperation mit einem Erdenwerk torffreie Blumenerde vermarktet. Ein regionaler Verkaufsschlager - und ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung. Denn Torf in Blumenkasten und Gemüsebeet ist schlecht fürs Klima.

Besonders stolz sind die Mitarbeiter der Moorallianz auf das, was sie in der Landwirtschaft erreicht haben. Einst verwendeten Bauern die Mahd von Feuchtwiesen als Streue im Kuhstall.

Durch billiges Stroh wurde dies unattraktiv. Die Folge: Feuchtwiesen verbuschten, sonnenliebende Pflanzen verschwanden. Mit einem '50-Höfe-Programm" kehrte die Moorallianz diese Entwicklung teilweise um. 'Einige Betriebe haben sich mit neuen Maschinen ein zusätzliches Standbein in der Landschaftspflege geschaffen.

Das wird noch über Jahre wirken", bilanziert Weiland. Ein Spezialmähwerk, das ein Bernbeurer entwickelt hat, schont Insekten und Amphibien. Max Bennaski erhielt dafür sogar den Europäischen Bienenpreis. Zudem haben einige Biobauern ihre Ställe so umgestaltet, dass sie die Streue optimal einsetzen können, berichtet Weiland.

Sein Kollege Dieter Frisch von der Unteren Naturschutzbehörde im Ostallgäu muss dies neidlos anerkennen. Im Gegensatz zur Moorallianz könne er im Vertragsnaturschutz keine Investitionen fördern.

Ein weiterer Vorteil der Allianz im Vergleich zum Amt: Die Behörde muss den Naturschutz oft von oben herab einfordern. - 'Wir setzen auf Freiwilligkeit und binden die Bevölkerung ein", stellt Simone Reylaender vom Projektbüro klar.

Nun tritt der Naturschutz für die Restzeit im Naturschutzgroßprojekte in den Vordergrund. Ziel ist es, möglichst viele Moore zu renaturieren. Das bedeutet: den Wasserhaushalt wiederherstellen und warten, dass sich moortypische Tiere und Pflanzen wieder ansiedeln.

In der Stadt Marktoberdorf sind heuer Renaturierungsmaßnahmen geplant. Auch wenn sich das nach Sisyphus-Arbeit anhört, es funktioniert: Schon nach einigen Jahren finden die Experten wieder wachsendes Torfmoos und Scheidiges Wollgras. Die Biotopstruktur kehrt zurück.

Ähnlich wichtig sind den Moorschützern die Pufferzonen: blühende, artenreiche Feuchtwiesen. An der Mehlblockalpe bei Görisried geht es beispielsweise darum, diese beweidete Kulturlandschaft zu erhalten.

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