Veterinärmedizin
Tierarztpraxis in Marktoberdorf bietet Physiotherapie für Hunde in Wasserbecken an

Sancho genügen als Motivation ein paar Stückchen fettarmer Käse – am liebsten Gouda. Herrchen Peter Müller steckt sie ihm ins Maul und auf diese Weise belohnt, trabt der altdeutsche Schäferhund routiniert auf dem Laufband des Aquatrainers. Seit etwa einem halben Jahr macht Sancho jede Woche sozusagen Wassergymnastik in der Tierarztpraxis Allgäu in Marktoberdorf. 'Das erspart ihm vorerst eine Operation', sagt Müller. In zwei Tierkliniken wurde dem Marktoberdorfer geraten, seinen vierjährigen Hund wegen eines Hüftproblems unters Messer zu legen.

Dr. Tanja Buck, die mit Friedrich-Josef Sappert die Tierarztpraxis Allgäu betreibt, hatte stattdessen die Idee, es zunächst mit Muskelaufbautraining im Wasserbecken zu versuchen. 'Das hat geholfen. Jetzt läuft Sancho wieder gerne', sagt Müller.

'Wir wollten mit dem Aquatrainer unser Physiotherapieangebot erweitern und etwas anbieten, was es in der Gegend nicht gibt', berichtet Buck. Nur rund 500 der großen, etwa 30 000 Euro teuren Geräte, wie sie eines hat, gibt es laut dem pfälzischen Hersteller in Europa. 'In andere Aquatrainer passen große Hunde oft nicht rein. Aber es sind gerade die großen Tiere, die Probleme haben', sagt Buck.

Durchschnittlich kommen zehn bis 15 Hunde pro Woche zum Wassertraining – manche bis aus Mindelheim und München. Allerdings seien weite Entfernungen für die Besitzer beschwerlich, denn mit einer Behandlung auf dem Laufband ist es nicht getan. 'Gerade am Anfang sollte es schon zweimal die Woche sein', sagt Buck. Die Kosten liegen bis zehn Minuten bei 15 Euro. Danach kommen für jede weitere Minute 50 Cent hinzu.

'Aber das lohnt sich. Es ist die effizienteste Art, zu trainieren', sagt die Tierärztin. Das Laufen im Wasser entlastet zum einen durch den Auftrieb die Gelenke. Zum anderen ist es anstrengender als auf dem Trockenen.

Eingesetzt werden kann der Aquatrainer unter anderem zum Muskelaufbau nach einer OP, zur Rehabilitation bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, als Herz-/Kreislauftraining, bei Übergewicht und im Hundesport.

Auch schon Katzen behandelt

'Wir haben auch schon Katzen mit Lähmungen darin behandelt', sagt Buck. Allerdings nur, sofern die sich das Wasser gefallen ließen. Hunde sind da meist kooperativer. 'Sogar Wasserscheue gewöhnen sich normalerweise nach ein-, zweimal daran', berichtet die Tierärztin.

Und wenn es nicht klappt, gibt es Motivationshilfen: Was für Sancho sein Gouda ist, sind für andere Hunde Leckerlis oder Quietscheenten, die zum Laufen anspornen. Ein Tierbesitzer habe sogar mal scherzhaft vorgeschlagen, einen Bildschirm mit einer davonrennenden Katze vor dem Aquatrainer aufzuhängen.

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