Stadtentwicklung
Tendenz geht in Marktoberdorfs Meichelbeckstraße Richtung Abriss

Ihren Besitz an Immobilien vergrößert hat die Stadt Marktoberdorf in jüngerer Zeit. Nicht zuletzt um bei der Innenstadtentwicklung flexibler zu sein, kaufte sie mehrere Häuser aus Privatbesitz auf. Dazu gehören auch die Anwesen Meichelbeckstraße 32 und 34.

In einem der Gebäude hatte die türkisch-islamische Gemeinde früher ihren Gebetsraum, im anderen ist noch die Wäscherei und Mangelstube Baudrexl mit langer Tradition beheimatet, ansonsten steht das Haus leer. Um die Zukunft der Anwesen ging es nun im Bauausschuss.

Mit 'katastrophal' beschrieb Richard Siegert vom Stadtbauamt bei einer Ortsbesichtigung des Bauausschusses den Zustand des Hauses Meichelbeckstraße 32 schräg gegenüber dem früheren 'Torstüble'.

In der Tat präsentierte sich das Gebäude, in dem früher auch eine Werkstatt für landwirtschaftliche Fahrzeuge untergebracht war, den Ausschussmitgliedern in einem stark sanierungsbedürftigen, ja maroden Zustand.

Etwas besser da steht das unbewohnte Gebäude nebenan. Beide Anwesen sind im hinteren Bereich in Richtung Tigaustraße durch eine Art Quertrakt verbunden. Dieser ist allerdings nach wie vor in Privatbesitz und bewohnt.

In der Ausschusssitzung selbst ging es darum auszuloten, was mit den Gebäuden geschehen soll. Es bestehe 'kein dringender Handlungsbedarf', betonte Bürgermeister Werner Himmer.

Tenor der Wortmeldungen war, auf jeden Fall zu versuchen, den Mittelbau ebenfalls zu erwerben, um eine Gesamtlösung anstreben zu können. Dabei wurde überwiegend die Meinung vertreten, dass Abriss wohl die beste Lösung sei.

Einzig vonseiten der Grünen kam der Einwand, sich doch ernsthaft zu überlegen, ob das 'historische' Gebäude Nr. 32 nicht saniert und dort gleichzeitig eine 'intelligente Form des Wohnens' realisiert werden könnte. Für eine neue, attraktive Wohnbebauung waren dagegen andere Redner.

Auch meinten manche, das Areal eigne sich gut für ein Parkhaus. Eben davor warnten wiederum andere: Ein Parkhaus an dieser Stelle werde nicht angenommen.

Stadtbaumeister Peter Münsch plädierte ebenfalls für eine Wohnbebauung, die allerdings städtebaulich interessant sein müsse. Dabei könne der Stadtrat dem Bauherren Rahmenbedingungen vorgeben.

Nun werde das Bauamt mit Verkehrs- und Städteplanern nach geeigneten Lösungen suchen, kündigte Himmer an. Auch soll der Untergrund des Hauses Nr. 32 auf Altlasten hin untersucht werden.

Die Wäscherei und Heißmangelstube Baudrexl wird von Susanne Kriemer betrieben. Sie hat den Betrieb von ihrer Mutter übernommen. Wie Susanne Kriemer auf Nachfrage der AZ sagte, plant sie nicht, die Wäscherei aufzugeben. Sie wolle diese weiterbetreiben, solange ihr dies möglich sei.

Kurz ging es in der Sitzung auch noch um das Anwesen Poststraße 7, das ebenfalls der Stadt gehört. Ein Abriss steht dort aber nicht zur Debatte, zumal das Haus unter Denkmalschutz steht und noch relativ gut erhalten ist. Allerdings muss es teilsaniert werden. Über das Vorgehen wird sich das Bauamt mit den Denkmalschützern abstimmen.

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