Festivals Umland
Tausende Gäste jährlich bei Festivals und in Festzelten in den Gemeinden um Marktoberdorf

In Marktoberdorf sind sie erst vor Kurzem wieder heiß diskutiert worden, im Umland sind sie schon seit Jahrzehnten feste Tradition: die Rede ist von großen Veranstaltungen und Festzelten. Wohingegen die Feier nach dem Gaudiwurm in Marktoberdorf zu Kontroversen führte, sind die 'Los-Krachos-Fete' in Bidingen, die 'Schottenparty' zwischen Kraftisried und Günzach, das Festival 'Go to Gö' in Görisried oder der 'Untrasrieder Rockfrühling' in ihren Gemeinden längst fest etabliert.

Wohltätigkeit 'großes Anliegen'

'Go to Gö' gibt es seit 1993, den Los-Krachos-Vorläufer 'Rockwochenende' seit 1992, die 'Schottenparty' seit 1989 und den Untrasrieder Rockfrühling immerhin seit 1999. Oft aus einer Feierlaune entstanden, sind die Veranstaltungen mit der Zeit gewachsen und längst zur festen Institution geworden. Mehrere tausend Besucher pro Abend, oft ein Vielfaches der Dorfbevölkerung, sind hierbei keine Seltenheit.

Mit den Jahren haben sich überall feste Organisationsteams gebildet, teilweise formieren sie sich aus den örtlichen Vereinen. Die unterstützen die Organisatoren in dem Fall tatkräftig. Dutzende, manchmal Hunderte Helfer packen da mit an, um das Fest zu gestalten.

Namhafte Bands in Görisried

Die Veranstaltungen dienen jedoch nicht dazu, Gewinne für Veranstalter oder Vereine zu erwirtschaften. Vielmehr werden die Einnahmen oft gemeinnützigen oder wohltätigen Zwecken zugeführt. So hat der Partyclub Schotten im Lauf der Jahre 160 000 Euro gespendet, das Untrasrieder Party-Organisations-Komitee (POK) 50 000 Euro. Selbst in Görisried spenden die Organisatoren – trotz teuren namhaften Bands wie 'Sunrise Avenue'.

Auch die Mitglieder des Pfeifenclubs Bidingen, die Organisatoren der Los-Krachos-Fete, erwiesen sich bereits als Wohltäter. Sie spendeten dabei nicht nur weit über 10 000 Euro. Clubmitglieder fuhren selber Hilfsgüter mit dem Lkw in Krisenregionen, 1994 nach Jugoslawien, 1999 in den Kosovo.

Unterstützung kam von der Gemeinde und Firmen wie Nestlé und Kaes.

Die Gründe für das karitative Engagement der Organisatoren sind mitunter recht pragmatisch. 'Hinter uns steht kein Verein, der Geld braucht', erklärt Klaus Fischer vom Partyclub Schotten. 'Das Geld aufzuteilen würde dem Einzelnen wenig bringen, also spenden wir es.'

Daniel Maurus vom POK vermutet, dass die karitative Tradition beim Rockfrühling ihren Ursprung in der Einstellung der Landjugend, des ersten Veranstalters, gehabt habe. Doch auch heute noch sei die jährliche Spende den Veranstaltern ein 'großes Anliegen'.

Gemeinde steht hinter dem Fest

Probleme mit der Gemeinde oder den Anwohnern haben die Veranstalter kaum, im Gegenteil: Josef Guggemos, Hauptorganisator von Go to Gö, spricht von einer 'Teamleistung' des Dorfes und auch Daniel Maurus meint: 'Die ganze Gemeinde steht hinter dem Fest.' Den Lärm während der Tage akzeptiere man, außerdem, so Maurus, ersetze das POK mögliche Schäden, das schätze man im Dorf. Auch die Bidinger kämen stets zahlreich zur Los-Krachos-Fete, so Thomas Pracht, Vorsitzender des Pfeifenclubs.

Doch trotz aller Akzeptanz – auch Traditionen können sich ändern. So ist die Zukunft der 'Schottenparty' derzeit ungewiss. Das einstige Gelände wird anderweitig benötigt – kein Grund zum Groll bei den Veranstaltern, die oft selber Landwirte sind und Verständnis haben.

Weitere Feste andernorts seien nicht ausgeschlossen, so Fischer.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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