Dorfentwicklung
Symposium in Marktoberdorf: Wissenschaftler sieht Dörfer und Landgemeinden in einer Existenzkrise

„Dorfpapst“ Prof. Gerhard Henkel hielt beim Symposium „Stadt.Land.Schluss“ ein leidenschaftliches Plädoyer für das Dorf.
  • „Dorfpapst“ Prof. Gerhard Henkel hielt beim Symposium „Stadt.Land.Schluss“ ein leidenschaftliches Plädoyer für das Dorf.
  • Foto: Dirk Ambrosch
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Dörfer und Landgemeinden müssen gestärkt, statt weiter geschwächt werden. Das hat der Wissenschaftler Prof. Gerhard Henkel auf dem Symposium „Stadt.Land.Schluss“ in Marktoberdorf gefordert. Henkel sieht viele Dörfer in Deutschland geprägt von schlechter Stimmung, Resignation und Wut über fehlende Unterstützung. Ja, es sei in Teilen so schlimm, dass man von einer „Existenzkrise des Dorfes“ sprechen könne. „Viele sehen keine Perspektive mehr.“

Weil aber in den Dörfern, im ländlichen Raum viele Potenziale liegen und es eine Vielfalt bürgerschaftlicher Kräfte gibt, kämpft Henkel seit Jahrzehnten für den Erhalt dörflicher Strukturen. In Marktoberdorf hielt Henkel ein „Plädoyer für das Dorf“, wie er seinen Vortrag betitelte. Der Humangeograph Henkel wird aufgrund seines Engagements vielfach als „Dorfpapst“ oder „Anwalt des Dorfes“ bezeichnet.

Fortschritte und Verluste

Der ökonomische, soziale und kulturelle Wandel der vergangenen Jahrzehnte habe auf dem Land zu vielfältigen Fortschritten wie auch Verlusten geführt, sagt Henkel. Zu den positiven Entwicklungen gehören etwa die technische Infrastruktur (Wasser-, Abwasser- und Energieversorgung) und die Sport-, Musik-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Die Menschen in den Dörfern sind wohlhabender, liberaler und weltoffener geworden. Zugleich haben die Dörfer laut Henkel einen negativen Wandel erfahren: Sie sind leerer geworden an Betrieben und Arbeitsplätzen, an Schulen, Gasthöfen, Läden, Post- und Bankfilialen. Jugendliche wandern ab.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Samstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Kaufbeuren, vom 19.10.2019.

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