Tierschutz
Streit im Marktoberdorfer Tierschutzverein: Ein Kommentar von AZ-Redakteur Dirk Ambrosch

Im Tierschutzverein Marktoberdorf rumort es. Die Vize-Chefin des Tierheims kritisiert den Vorstand scharf. Vorstand Heinz Krämer spricht von einer Intrige. Die Allgäuer Zeitung beleuchtet beide Seiten.

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Kommentar von Dirk Ambrosch

Dass sich Heinz Krämer um den Tierschutz in Marktoberdorf und im Landkreis verdient gemacht hat, ist unbestritten. Seit 36 Jahren steht er an der Spitze des Tierschutzvereins Marktoberdorf, unter seiner Führung wurde 1995 das örtliche Tierheim in Betrieb genommen. Krämer hat über Jahre dem Verein ein Gesicht gegeben.

Gleichwohl ist es so, dass der Vorsitzende derzeit zumindest äußerst unglücklich agiert. Es sind nämlich berechtigte Fragen, die auf der Mitgliederversammlung gestellt wurden: Was ist mit der Kassenlage? Wie wurde die Kasse geprüft? Warum werden offene Rechnungen nicht eingetrieben? Warum ist die Stelle der Tierheimleitung noch nicht neu besetzt?

Vereinsmitglieder müssen das fragen dürfen. Und müssen hierauf Antworten bekommen. Die bleibt Krämer jedoch zu großen Teilen schuldig. Fehler sieht er nicht bei sich (obwohl der Vorstand während der Jahresversammlung nicht entlastet wurde), sondern zeigt mit dem Finger auf die stellvertretende Tierheimleiterin Sabine Helbig. Intern reagierte er so, dass er ausgerechnet die Mitgliedsanträge von jenen acht ablehnte, die sich auf der Jahresversammlung kritisch äußerten. Souveränität sieht anders aus.

Der Tierschutzverein ist eine gemeinnützige Organisation. Der Verein finanziert sich vor allem über Beiträge der Kommunen und Spenden. Größtmögliche Transparenz über die Finanzen ist eine Selbstverständlichkeit, die sollte man erst gar nicht einfordern müssen. Gleiches gilt für Offenheit und Diskussionskultur gegenüber Vereinsmitgliedern und Mitarbeitern.

Damit der Verein eine Zukunft hat, müssen offene Fragen ernsthaft und ehrlich geklärt werden. Am besten auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die der Vorstand schnellstmöglich einberufen sollte. Mit Krämer mag der Tierschutz ein Gesicht haben. Der Verein gehört aber den Mitgliedern.

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