Sr Ökostrom
Straßenlampen und große Liegenschaften erhalten künftig Energie aus Wasserkraftwerken

Die Marktoberdorfer Straßenbeleuchtung funktioniert künftig mit Strom aus Wasserkraftwerken. Auch die großen Objekte wie Hallenbad, Modeon oder Schulen sollen regenerativen Strom beziehen. Das ist das Ergebnis von Vertragsverhandlungen, die Bürgermeister Werner Himmer mit den Vereinigten Wertach Elektrizitätswerken führte. Für den etwas teureren, klimaneutralen Strom hatte der Bürgermeister auch vom Stadtrat Rückendeckung erhalten.

Nach Informationen der Marktoberdorfer CSU sitzen die VWEW derzeit auf 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasserkraftwerken. Diese regenerative Energie, so ein Antrag der CSU im Stadtrat, solle sich die Stadt sichern und so 85 bis 90 Prozent des städtischen Bedarfs decken. Mit den VWEW darüber zu verhandeln, dazu ermutigten die Stadträte auch den Bürgermeister.

Der CSU-Antrag zielte darauf ab, für 2011 bis 2013 Wasserstrommengen von der VWEW zu kaufen. Der Preis läge nur um 0,2 Cent je Kilowattstunde über der konventionellen Energie, so Fraktionssprecher Eduard Gapp. Das bedeute rund 7000 Euro Mehrkosten pro Jahr, spare aber 1000 bis 2000 Tonnen CO2 jährlich ein, begründete Gapp seinen Antrag. Mittelfristig solle die Stadt komplett auf Ökostrom umsteigen. Darüber könne man auch mit den Lechwerken oder dem E-Werk Reutte verhandeln.

Wunsch gleich umgesetzt

Da am nächsten Tag Vertragsverhandlungen anstanden, konnte Himmer den Wunsch der Stadträte gleich umsetzen und den Wasserstrom bis 2013 zu einem günstigen Preis für die Stadt sichern. Die VWEW als kommunale Gesellschaft gehört den Städten Kaufbeuren, Marktoberdorf und Mindelheim sowie der Gemeinde Biessenhofen.

Fehlende Informationen

«Es ist wunderbar, dass die Schwarzen nun so grün sind», hatte Clara Knestel (Grüne) den CSU-Antrag begrüßt. Ihre Partei habe einen ähnlichen Vorschlag in Vorbereitung - allerdings umfassender. Knestel erklärte, sie nutze zwar selbst den Öko-Tarif der VWEW. Ihr fehlten aber Informationen, wie sauber der Öko-Strom der VWEW wirklich ist. Geht es nach den Grünen, sollten sich die VWEW bis 2018 zum drittgrößten Ökostrom-Anbieter in Deutschland entwickeln.

Den Bürgermeister bat Knestel, darauf in der Gesellschafterversammlung zu drängen, der auch Walter Schilhansl (CSU) und Axel Maaß (Grüne) angehören.

Für regenerativen Strom offen zeigte sich auch Wolfgang Schmid (FW). Zertifizierten Strom gebe es zwar billiger, als ihn die VWEW anbieten. Aber als VWEW-Gesellschafter könne die Stadt schlecht anderswo ihren Strom kaufen.

Ausreichend Kontingente

Auf Nachfrage erklärte VWEW-Geschäftsführer Frank Backowies, dass sich sein Unternehmen stärker in Richtung Ökostrom entwickeln wolle. Den Kunden biete man einen neuen Tarif für Strom aus regenerativen und fossilen Quellen an, bei dem auf Atomstrom verzichtet werde. Dieser Tarif sei pro Jahr um 7 Euro teurer. Komplett auf regenerativen Strom umzustellen, würde jeden Kunden jährlich mit 20 Euro belasten.

Der Öko-Tarif des Unternehmens werde derzeit nur von rund 100 Haushalten genutzt - bei insgesamt rund 78000 Einwohnern. Kontingente mit regenerativem Strom seien ausreichend vorhanden: Die VWEW hat 45 Gigawatt aus Kraftwerken am Inn gekauft.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen