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Stötten denkt über Moosmuseum nach

Die Gemeinde Stötten denkt intensiv über ein «Moosmuseum» auf ihrer Flur nach. Einstimmig habe sein Gemeinderat dazu einen Grundsatzbeschluss gefasst, sagte Bürgermeister Joachim Ernst am Rande eines Moorspaziergangs mit Landrat Johann Fleschhut sowie Vertretern der «Allgäuer Moorallianz». Bei diesen ist die Freude über die Stöttener «Willenserklärung» (so Projektleiter Günter Riegel) groß.

Torf einst industriell abgebaut

Die Gegend um Stötten als eine der wenigen Regionen im Allgäu, in denen Torf einst industriell abgebaut wurde, sei für das Museum geradezu ideal, betonte Projektleiter Riegel: << Auch die Schienen, auf denen damals die Loren fuhren, sieht man hier zum Teil noch. >>

Mit einem Moor- oder Torfmuseum als drittem Baustein würde das Engagement der << Allgäuer Moorallianz >> für die Moore im Ostallgäu zu einem << vorbildlichen Dreiklang >>, sagte Riegel. Weitere Bausteine seien der schon praktizierte Schutz der Moore beziehungsweise deren Wiedervernässung und die << pflegliche Nutzung >> der Flächen im Umfeld der Moore. In diesem Zusammenhang verwies Riegel auf die ebenfalls schon praktizierte Mahd der Streuwiesen samt deren Beweidung.

Für das Museum sind zwei Standorte im Gespräch. Einer ist das alte Feuerwehrhaus in Stötten, das eh in Gemeindebesitz ist. Sein Vorteil wäre die zentrale Lage - nahe der Ortsmitte sowie unweit des Stöttener Mooserlebnispfads. << Ein Museum dort würde den MEP noch attraktiver machen >>, sagte Joachim Ernst. Zugleich könne das Museum als Verbindungsglied zur Dorfmitte samt Gastronomie dort und zum nahen Radweg dienen. Parkplätze gebe es etwa am nah gelegenen Bauhof. << Allerdings ist das Feuerwehrhaus mit drei Räumen von der Fläche her stark begrenzt >>, so Ernst.

Mehr Fläche und damit mehr Entwicklungspotenzial würde Ernst zufolge der zweite potenzielle Museumsstandort bieten: ein ehemaliges Torfwerk nördlich von Heggen. << Die Idee einer Moosbahn wäre dort leichter zu verwirklichen >>, sagt Ernst. Die Scheune wäre beispielsweise für Schulprojekte nutzbar. Allerdings sei das Anwesen ziemlich abgelegen.

Wie Ernst im Gespräch mit der AZ sagte, werde er mit der Stöttener Gruppe << Dorferneuerung >> beide Standorte gründlich unter die Lupe nehmen. Wenn heuer eine Entscheidung falle, könnte bereits 2012 mit dem Bau des Museums begonnen werden. Vorausgesetzt, das Vorhaben werde nicht zu teuer. << Wir sind sehr an der Sache interessiert >>, beteuert Ernst. << Aber die Zustimmung im Gemeinderat erfolgte unter der Maßgabe, dass die Kosten für uns überschaubar bleiben.

>> Zudem sei das Ganze vorerst nur ein Gedankenspiel.

Ein Moor- oder Moosmuseum wäre in der Region das einzige seiner Art, betont Günter Riegel: Die nächstgelegenen Moormuseen befinden sich im oberschwäbischen Bad Wurzach sowie im Chiemgau.

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