Interview
Statt Fußball und Geld zählt heute nur Gott

Zurück zu den Wurzel heißt es für Antonio di Cara, wenn er am Samstag, 15. Oktober, nach Marktoberdorf kommt. Spielte 'Mazzola', wie er in Anlehnung an einen ehemaligen Profi von Inter Mailand, Sandro Mazzola, genannt wurde, früher beim TSV und beim SV Geisenried Fußball, ist er an diesem Tag in Sachen Glauben unterwegs. Er gehört der freikirchlichen Paulus-Gemeinde in Mindelheim an und organisiert als deren Mitglied ab 20 Uhr im Rathaussaal einen Lobpreisabend. Mit dabei ist Reinhold Mathy, als Profi mit dem FC Bayern München mehrfach deutscher Meister geworden. Er litt unter Burnout und Depressionen und fand einen Ausweg bei Gott. Wie ihm das gelang, erzählte der 49-Jährige im Gespräch mit der AZ.

Haben Kirche und Religion in Ihrem Elternhaus eine Rolle gespielt?

Mathy: Durch meine evangelische Mutter bin ich christlich erzogen worden. Sie war sehr gläubig.

Sie sind mit 18 Profi geworden. Konnten Sie da Ihren Glauben weiterleben?

Mathy: Damals gab es nur samstags Spiele. Ich hätte also am Sonntag in die Kirche gehen können. Ich bin es aber nicht mehr. Nur noch ab und zu, wenn es etwa um die Taufe meiner drei Kinder ging.

Warum?

Mathy: Man bekommt als Profi relativ viel Geld. Das und der Fußball waren das bestimmende Thema. Es gab die Familie als Ausgleich, aber nicht Gott.

Heute sagen Sie, Sie hätten damals Gott verloren. War Ihnen das früher auch so bewusst?

Mathy: Nein. Man lebt da in einem Trott, hat durch die Spiele samstags und in der Woche auch wenig Zeit. Da denkt man nicht mehr an Gott.

Jetzt sagen Sie, sie hätten Gott wieder gefunden. Auf welchem Weg?

Mathy: Ich war bei Bayern mit 25 Jahren zusammengebrochen und musste ein halbes Jahr aussetzen. 2009 hat es mich durch private Probleme ein zweites Mal erwischt mit Depressionen und Burnout. Ich bin dann in Memmingen in einer Klinik behandelt worden. Durch Zufall bin ich da mit der freikirchlichen Gemeinde in Mindelheim in Kontakt gekommen. Seitdem ist Gott wieder in mein Leben getreten. Ich lebe mit Vater, Sohn und Heiligem Geist, also der Dreieinigkeit, zusammen.

Haben Sie gespürt, dass Gott Ihnen geholfen hat?

Mathy: Ich habe mich zunächst gefragt, wo er denn jetzt ist. Da war einfach nur eine totale Leere da. Seit ich in der Gemeinde bin und wir gemeinsam beten, ist es mir nach und nach besser gegangen. Heute geht es mir gut.

Wie und wann beten Sie?

Mathy: Gleich nach dem Aufstehen bete ich, beim Autofahren oder zwischendurch mal. Ich bitte, dass er mich begleitet und beschützt. Ich arbeite in einer großen Spielerberaterfirma, da bete ich auch für die Spieler mit, dass es ihnen gut geht. Sonntags treffen wir uns mit der Gemeinde, montags ist Bibelkreis, das verstärkt das Ganze.

Lesen Sie in der Bibel?

Mathy: Fast täglich. Wir leben in der Gemeinde nach der Bibel.

Gibt es eine Lieblingsstelle?

Mathy: Bei Johannes steht: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Oder auch wo Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Warum haben Sie den Glauben über die freikirchliche Gemeinde wiedergefunden und nicht über die evangelische Kirche, der sie ja eigentlich angehören?

Mathy: Ein Bekannter hat mich in die Gemeinde gebracht. Da habe ich gespürt, dass das ehrlich ist und das mein Weg ist.

Haben Sie bei Ihrem Auftritt in Marktoberdorf einen missionarischen Gedanken im Hinterkopf?

Mathy: Wichtig ist, dass die Leute umkehren und zu Vater, Sohn und Heiligem Geist finden und biblisch leben. Die Bibel ist ja das Buch Gottes, in dem alles steht.

Ein ganz anderes Thema: Was machen sie heute sportlich?

Mathy: Ich bin bei einer Sportagentur. Wir beraten unter anderem Manuel Neuer. Außerdem trainiere ich die E 3-Jugend von Mindelheim. Wegen meiner Knieprobleme und der Achillessehne kann ich aktiv nicht mehr viel Sport betreiben. Ich war mit Eckhard Krautzun Nationaltrainer in Tunesien. Vielleicht steige ich mal wieder ins Trainergeschäft ein.

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