Starregisseur Graf ein bisschen ein Marktoberdorfer

Ein ganz besonderes Projekt führen gerade 14 Schüler des Gymnasiums Marktoberdorf durch. Die Zwölftklässler drehen zurzeit einen Dokumentarfilm über die Geschichte ihrer Schule. Ein Highlight gab es dabei nun mit dem Besuch von Starregisseur Dominik Graf in seinen Münchner Schneideräumen. Der Regisseur von unter anderem mehreren Tatorten sowie der kürzlich in der ARD gesendeten Serie «Im Angesicht des Verbrechens» besuchte in den 1960ern drei Jahre lang das Internat des Marktoberdorfer Gymnasiums.

«Vor allem das Kulturelle hat mich begeistert»

Über eine halbe Stunde stand Graf den Schülern in einem Interview Rede und Antwort. Kurz nach dem Tod seines Vaters Robert Graf kam er mit 14 Jahren ans Marktoberdorfer Gymnasium. «Vor allem das Kulturelle hat mich begeistert», meinte der 58-jährige. Das erste, was er an seiner neuen Schule gehört habe, war eine dreistimmige Interpretation eines Beatles-Songs. Er konnte sich auch noch an viele seiner damaligen Lehrer erinnern und erzählte einige lustige Anekdoten. So kam es schon einmal vor, dass sich Schüler am Sonntag von der Kirche wegschlichen und lieber eine Wirtschaft besuchten. «Wilde Verfolgungsjagden» habe es gegeben, wenn die Lehrer das bemerkten.

Von den 68ern nichts zu spüren

Von der 1968er-Bewegung sei in Marktoberdorf allerdings nichts zu spüren gewesen. Graf erzählte aber nicht nur aus seiner eigenen Schulzeit, sondern stellte auch selbst Fragen zum heutigen Schulleben. Der begleitende Lehrer Thorsten Krebs zeigte sich begeistert von dem Besuch und nannte Graf eine «beeindruckende Persönlichkeit und einen sehr angenehmen Menschen».

Der Film wird im Rahmen der in der Oberstufe des G8 vorgeschriebenen Projektseminare gedreht. Bei den Arbeiten hierfür lernen die Schüler Dinge, die im normalen Lehrplan nicht enthalten sind. So müssen sie sich beispielsweise Gedanken über die Finanzierung des Films machen und eine Premierenfeier organisieren. Außerdem besuchten sie bereits Orte, wie das Stadtarchiv und das Archiv der Allgäuer Zeitung. Auch das Führen von Interviews gehört zu den Aufgaben der 17- und 18-Jährigen.

«Es ist sehr arbeitsaufwendig, soll aber ja auch ein guter Film werden und macht meistens auch Spaß», meint Schülerin Veronika Heckelsmüller.

Die Premiere des Films ist für Mitte Februar geplant. Neben Graf werden dort auch Interviews mit dem ehemaligen Schüler und bekannten Dirigenten Roger Epple sowie mit Kultusminister Ludwig Spaenle zu sehen sein.

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