Bilanz
Stammgäste freuen sich über Stadtbus

Pro Fahrt 57 Kilometer ergeben pro Jahr 28000 Kilometer. Und das alles auf Spendenbasis. Hinter diesen nüchternen Zahlen verbirgt sich nicht nur ein immer wieder gelobtes ehrenamtliches Engagement, sondern auch ein Angebot der Stadt, das inzwischen viele Stammkunden gefunden hat: der Marktoberdorfer Stadtbus. Im vergangenen Jahr allerdings war das Passagieraufkommen eher mittelprächtig. Mit 6223 beförderten Personen liegt die Zahl in der unteren Hälfte der Statistik.

Mehr Schüler fahren drauf ab

Über die Gründe kann Peter Barnsteiner, der im Rathaus den Stadtbus-Betrieb organisiert, nur spekulieren: «Vielleicht waren es die vielen Baustellen in der Stadt.» Dadurch mussten angestammte Routen geändert werden. Zum Teil habe es auch Verspätungen gegeben, weshalb bei ihm ebenfalls das Telefon klingelte und sich Bürger beschwerten. Im Vergleich zu den Vorjahren lief es dagegen von Juli bis September wieder richtig gut. Teilweise nutzten über 600 Passagiere das Angebot.

In der Hauptsache seien es ältere Personen, die den Stadtbus für ihre Einkäufe nutzten. In jüngster Zeit stünden allerdings auch immer öfter Schüler an einer der Haltestellen, um vom Zentrum weg nach Hause an den Stadtrand zu kommen.

Sein erfolgreichstes Jahr hatte das Projekt 2006 mit über 7500 beförderten Marktoberdorfern, sein schlechtestes zum Start mit 6120. Entsprechend schwanken auch die Einnahmen. Weil der Stadtbus ohne Lizenz seine Runden dreht, dürfen auch keine festen Fahrpreise eingefordert werden. Es wird um Spenden gebeten. Deren Aufkommen ist über die Jahre recht konstant. Gut 50 Cent wirft jeder Passagier in die Spendendose.

Auch mal Schillinge als Spende

Wobei: Nicht immer liegt die neue europäische Währung darin. Einige entledigen sich auf diesem Weg auch ihrer alten Münzen, die sie etwa aus einem Urlaub mitgebracht haben. Schillinge aus Österreich, Lire aus Italien oder Franc aus Frankreich finden sich in dem Spendenbehälter. «Die werden dann zur Bank gebracht und für einen guten Zweck gespendet», muss Barnsteiner schmunzeln.

Der Stadtbus ist in Marktoberdorf etabliert, auch wenn die Meinung über ihn im Stadtrat auseinandergeht. Schließlich handelt es sich nicht um einen Stadtbus im eigentlichen Sinn, wie ihn ein eigens bestellter Verkehrsgutachter empfohlen hatte. Nun soll, so wurde im Juli beschlossen, mittels einer Umfrage der genaue Bedarf ermittelt werden. Dass der nicht nur in der Kernstadt vorhanden ist, belegen Anrufe bei Peter Barnsteiner aus den Ortsteilen: «Von dort kommen immer wieder mal Nachfragen», sagt er. Nur wäre dann eine Runde deutlich länger als 57 Kilometer.

Ehrenamtliche Stadtbusfahrer werden auch weiterhin gesucht. Interessenten melden sich im Rathaus bei Peter Barnsteiner, Telefon 08342/4008-0.

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