Management
Städtischer Gebäudemanager stellt neues Energiekonzept für Modeon vor

Wenn die Stadträte künftig eine Veranstaltung im Modeon besuchen, werden sie das Veranstaltungshaus mit anderen Augen betrachten. Viel detaillierter als bisher werden sie wissen, wie viel der Unterhalt des Hauses kostet. Und wenn etwas nicht so läuft wie geplant, ist der Fehler schneller zu finden und zu beseitigen.

Dahinter steckt ein Konzept, das Richard Siegert vom Stadtbauamt entwickelt und nun im Umweltausschuss vorgestellt hat. Dazu muss er zunächst alle städtischen Liegenschaften katalogisieren und die Zahlenflut in eine tabellarische Form bringen. Steht das Gerüst jedoch, soll das Bewirtschaften der Einrichtungen strukturierter, effektiver und damit sparsamer sein.

Die Grundlage, die er zum Teil mit externen Experten schafft, hat weitreichende Auswirkungen. Weil der Unterhalt so exakt aufgeschlüsselt werden kann, ist die Umstellung von der kameralistischen Haushaltsführung in die Doppik kein Problem mehr. Der städtische Bauhof arbeitet bereits ähnlich.

Auch dort lässt sich auf einen Blick sagen, wie viel der Unterhalt eines Straßenabschnitts im Sommer wie im Winter kostet, wo eine Sanierung fällig ist. Genau solche Unterlagen haben die Befürworter der Doppik stets gefordert. Sie versprechen sich von einem solchen Etat mehr Transparenz.

Das System des Gebäudemanagements basiert auf drei Säulen: dem technischen, dem infrastrukturellen und dem kaufmännischen Gebäudemanagement. Anhand derer lasse sich erkennen, was ein Gebäude tatsächlich kostet, verdeutlichte Siegert. Deshalb könne der Stadtrat künftig leichter erkennen und entscheiden, ob ein Haus erhalten werden soll, ein Neubau nicht wirtschaftlicher ist oder eine Nutzungsänderung infrage kommt.

Mehr Eigenverantwortung

Ein weiteres Produkt des Gebäudemanagements ist ein Handbuch für die Hausmeister. Darin ist deren Tätigkeitsfeld genau beschrieben. Mit dessen Hilfe sollen sie, so Siegert, eigenständiger arbeiten können und damit die Verwaltung entlasten. Das bedeute im Umkehrschluss mehr Eigenverantwortung für die Beschäftigten.

Mit dem technischen Gebäudemanagement soll mit dem Modeon und dessen Umfeld begonnen werden. Dort befinden sich Schule, Kindergärten, Krippe, Turnhalle. << Wenn das Management dort funktioniert, kann es auf andere, ähnliche Gebäude übertragen werden >>, nannte Siegert die Vorteile.

Die Kosten für das Gebäudemanagement betragen seinen Angaben zufolge bis zu 3,8 Millionen Euro pro Jahr. Aufgeschlüsselt bedeutet das: 1,9 Millionen Euro an Energie- und Verbrauchskosten, 500000 Euro für Reinigung, 860000 Euro für Wartung und Instandsetzung.

Allein durch Schulung der Mitarbeiter und verbesserte Einstellung der Anlagen ließen sich die Energiekosten bis zu zwölf Prozent senken, erläuterte Theo Karmann. Er betreibt ein Beratungsbüro für Gebäudemanagement, Energie und Umwelt und erhielt vom Ausschuss den Auftrag, das Energiemanagement voranzubringen.

Mit Investitionen seien Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich. Ziel sei es, bei gleicher Nutzungsqualität Bewirtschaftungskosten zu sparen. Ein Beispiel nannte Siegert. Früher rauschte in der Mittelschule das Wasser alle 15 Minuten durch sämtliche Toilettenbecken, Tag und Nacht. Seit der Sanierung der Mittelschule spülen die Schüler selbst. Das sparte 70 Prozent Wasser.

Die Vorbereitung für das Gebäudemanagement sei fast abgeschlossen. Nun gehe es darum, die Ziele nach und nach umzusetzen. Der Ausschuss begrüßt diese Arbeit als richtungsweisend.

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