Handelsketten
Stadtrat verhindert weitere Supermärkte durch Änderung von drei Bebauungsplänen

Marktoberdorf ist mit Lebensmittelmärkten und Bekleidungsgeschäften gut versorgt. Davon zeigt sich zumindest Bürgermeister Werner Himmer überzeugt. Handelskonzerne scheinen dies anders zu sehen. Immer wieder fragen Investoren im Rathaus an, die gerne große, neue Geschäfte in Marktoberdorf eröffnen würden. In der Regel wollen diese Unternehmen Standorte am Stadtrand - gut anfahrbar und mit vielen Parkplätzen. Um die Innenstadt attraktiv zu halten, blockt der Stadtrat solche Vorhaben seit längerem ab. Nun hat er beschlossen, in drei weiteren Gebieten durch Bebauungsplanänderung und Veränderungssperren neue Supermärkte zu verhindern.

Erst kürzlich hatte Himmer einen Makler am Telefon, der in Marktoberdorf ein Areal für einen österreichischen Textilhändler suchte. Rund 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche sollten es sein, dazu Stellplätze. Marktanalysen zeigen, dass der Standort günstig liege, berichtet der Bürgermeister aus dem Telefonat.

Österreicher zeigen Interesse

Auch deutsche Supermarktbetreiber haben weitere Ambitionen: Konzerne wie Edeka und Rewe stehen hinter Investoren, die Standorte in Marktoberdorf ausloten, berichtet Himmer. Im Gespräch sind meist rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche. Doch das Stadtoberhaupt und der Stadtrat haben Nahversorgungszentren festgelegt und wollen Geschäfte möglichst im Zentrum konzentrieren.

Daher hat der Stadtrat nun in weiteren Gebieten eine Veränderungssperre erlassen. Betroffen sind folgende Bebauungspläne:

Nördlich der Ennenhofener Straße und des Buchenwegs: Dort verfügt die Stadt über einen Teil der Freifläche, beziehungsweise hat eine Option, diese zu erwerben.

Bauantrag bereits abgelehnt

Industriegebiet Nord (Fendt/Micheletal): Zu diesem Gebiet entspann sich eine Diskussion. CSU-Fraktionssprecher Eduard Gapp verwies auf einen Bauantrag, den man vor einer Veränderungssperre im Stadtrat vorstellen sollte. Stadtbaumeister Peter Münsch erklärte, dass dieses Vorhaben bereits negativ beschieden sei. Der Bauwerber wolle nämlich eine Betriebsleiterwohnung bauen. Doch der Gewerbeanteil an seinem Wohnhaus mache nur 20 Prozent aus. Dieses Missverhältnis sei nicht zulässig.

Laut Bürgermeister Himmer hat der Bauherr bereits eine Halle errichtet, die als Fitnesscenter genehmigt war, nun aber anderweitig genutzt werde. Nun gehe es um ein Waffengeschäft, das ins Wohnhaus integriert werde. Dieses habe nichts mit der Veränderungssperre zu tun.

Industriegebiet West: Ebenfalls eine Überarbeitung und eine Veränderungssperre, die Supermärkte mit innenstadtrelevantem Sortiment ausschließt, erließ der Stadtrat für das Gebiet am Siemensring.

Die Beschlüsse wurden jeweils einstimmig gefasst. Damit laufen nun für sechs Bebauungspläne Überarbeitungen mit dem Ziel, den Einzelhandel im Zentrum zu stärken. Neubauten sind dort nur zulässig, sofern sie diesem Ziel nicht widersprechen.

Kein Billigladen in Markt

Vor diesem Hintergrund lehnte das Gremium auch eine Nutzungsänderung beim Edeka-Markt im Norden ab. Dort stehen 395 Quadratmeter leer, die statt - wie genehmigt - für die Nahversorgung von einem Billigladen (Insolvenzware) genutzt werden sollten.

Der Stadtrat genehmigte hingegen die Umwandlung von Büroräumen am Jörglweg in ein Geschäft mit 116 Quadratmetern für Obst und Gemüse. Diese Fläche, so hatte auch ein Experte beschieden, sei vertretbar und widerspreche nicht dem Zentrenkonzept der Stadt.

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