Blasmusik
Stadtkapelle Marktoberdorf führt Serenade vor dem städtischen Rathaus auf

Beim ersten Anlauf war das Wetter eindeutig zu feucht, so dass die Stadtkapelle Marktoberdorf ihre Serenade vor dem Rathaus absagen musste. Vergangenen Samstag suchte man blauen Himmel zwar auch vergebens, aber der Mut der Kapelle, die Serenade kein zweites Mal abzusagen, wurde belohnt und man konnte das komplette Programm wie geplant vor gut gefüllten Stuhlreihen präsentieren.

Dirigent Stefan Weber hatte ein Programm zusammengestellt, das Unterhaltung und Anspruch ebenso miteinander vereinbarte wie allseits bekannte Evergreens und kaum bekannte Raritäten. Alles erklang mit einer Intonationsreinheit, die auch bei Höchststufenkapellen nicht immer selbstverständlich ist. Wer nicht gerade ein Marschmusik-Freak ist, dürfte << Washington Grays >> von Claudio Grafulla (1810-1880) kaum kennen.

Der bis heute bekannteste amerikanische Marsch aus der Zeit vor Sousa sorgte für eine schwungvolle Einleitung. Mal swingend, mal sentimental erklangen Melodien des Berliner Operettenkomponisten Paul Lincke im Potpourri << Berliner Luft >>. Nach und nach näherte man sich musikalisch immer mehr der Allgäuer Heimat.

Über die << Promenaden-Polka >> von Jaroslav Zeman, eine der anspruchsvollsten Konzertpolkas, gelangte man zu << Alphornzauber >> von Hans Reiner Schmidt, von Solist Peter Fühner mit butterweichem Ton geblasen. Zwar ist das Alphorn kein dezidiert Allgäuer Instrument, aber immerhin hat der frühere Marktoberdorfer Stadtkapellmeister Hermann Regner sich seit Ende der fünfziger Jahre für dieses Instrument stark gemacht.

Die << Donkey Serenade >> des tschechisch-amerikanischen Komponisten Rudolf Friml (1879-1982) eröffnete eine Reihe von Evergreens, die beim Publikum bestens ankamen. Florian Havelka zeigte bei der Ansage zu << Granada >> von Augustin Lara sein sängerisches Talent und hätte sicher nicht nur auf der Tuba eine gute Figur gemacht.

Die Samba << Tico Tico >> von Zequinha Abreu wurde in äußerst zügigem Tempo genommen, aber es bestand zu keiner Zeit die Gefahr, dass die Holzbläser hier aus der Kurve fliegen.

Nostalgisches Potpourri zum Abschluss

Als letztes großes Potpourri erklang ein nostalgisches Medley mit Melodien aus den fünfziger Jahren: vom << Sportschau >>-Jingle über << La le lu >> bis zu Caterina Valentes << Tipi tipi tipso >>. Mit dem Marsch << Mein Regiment >> von Hermann L. Blankenburg endete eine gelungene Serenade, in der die Stadtkapelle eindrucksvoll bewiesen hat, was stilistisch in der Blasmusik zwischen den Extremen Bierzelt und Wertungsspiel alles möglich ist.

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