Tourismus
Stadt Marktoberdorf zieht positive Bilanz für das vergangene Jahr

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Immer mehr Urlauber kommen nach Marktoberdorf. Jedoch verweilen sie immer kürzer in der Stadt. So lassen sich die Zahlen zusammenfassen, die Sarah Michna vom Touristikbüro und Sylvia Sterzenbach, Vorsitzende des Touristikvereins, nun in ihrem Tourismusbericht 2010 vorlegten.

70334 Übernachtungen gab es demnach 2010 im Stadtgebiet - rund 1200 weniger als im Vorjahr. Das bedeutet ein Minus von 1,7 Prozent. Ordentlichen Zuwachs meldet die Stadt dagegen bei den Ankünften, sprich der Zahl der Urlauber, die hier absteigen. Mit 24691 waren das 1465 mehr als 2009. Mit diesem Anstieg ihrer Gästezahlen um 6,3 Prozent liegt die Stadt deutlich über den bayernweiten Zuwächsen von 3,6.

Die Verweildauer in Marktoberdorf sank damit von durchschnittlich 3,08 auf 2,85 Tage. «Der Trend zum Kurztrip setzt sich fort», sagt Michna. Das gehe nicht nur Marktoberdorf so, sondern auch den anderen Orten in Bayern. Die meisten Gäste beherbergten - neben der Musikakademie - erneut die Hotels Sepp und St. Martin. «Das sind als größte Anbieter unsere Zugpferde», so Sylvia Sterzenbach. «Hirsch» oder «Buchenhain» hätten längst nicht so viele Betten.

Um den Tourismus weiter anzukurbeln, setzen sie und Michna nicht zuletzt auf die Werbung der Allgäu GmbH (ehemals Allgäu Marketing). So ist die Stadt in der aktuellen Allgäuer Städtebroschüre («Allgäuer Stadtgeschichten») und in der Wanderbroschüre («Mein Allgäu Wandern») vertreten - und bald auch wieder in der Allgäuer Radwanderkarte. Als nächste eigene Publikation steht nun die Neuauflage des Stadtrundgang-Flyers an.

Marktoberdorf als «Etappenort»

Einen weiteren Gästezuwachs erhoffen sich die Touristikerinnen auch von der Wandertrilogie, bei der Marktoberdorf am Ende einer Tagesetappe liegt.

Als Etappenort muss Marktoberdorf dabei mit einem bestimmten Thema verknüpft werden, «damit sich die Wanderer mit der Stadt als Erlebnisraum auseinandersetzen», so Sterzenbach. Laut Michna ist das Thema Sagen dabei ein möglicher Ansatz.

Gut sei auch die Zusammenarbeit mit den Tourismus-Partnergemeinden Aitrang, Görisried, Lengenwang, Stötten, Ruderatshofen, Wald und Unterthingau. Seit knapp einem Jahr werben die acht Orte gemeinsam um Urlauber. «Bei Engpässen im Sommer helfen wir und die anderen Kommunen uns mit Gästebetten aus», so Michna. Der gemeinsame Winterflyer sei gut angenommen worden und bei den Bayerischen Wochen habe man sich gemeinsam präsentiert. Die Kooperation soll weiter verstärkt werden.

Lob für zwei «Powerfrauen»

Das wünschen sich auch die Verantwortlichen der Tourismuspartner, die die erst einmal auf sechs Jahre angelegte Kooperation schon jetzt positiv beurteilen. «Uneingeschränkt gut» und «tadellos» laufe die Zusammenarbeit, heißt es unisono in Lengenwang, Wald, Stötten oder Görisried. «Als Einzelkämpfer wären wir bei der Tourismusförderung verloren», betont Joachim Ernst aus Stötten. Die touristischen «Aushängeschilder» der Orte, die sich in ihren Freizeitmöglichkeiten ergänzten, würden dadurch gebündelt, sagen Edmund Happ vom Verkehrsverein Wald und Manfred Mack von der IG Tourismus in Lengenwang. Mack lobt zudem explizit den Einsatz Sylvia Sterzenbachs und Sarah Michnas, die er als «Marktoberdorfer Powerfrauen» bezeichnet.

Michna und Sterzenbach bewerten übrigens die Kooperation mit den Mitgliedern des Touristikvereins, sprich dem Großteil der Vermieter von Urlauberunterkünften in Marktoberdorf, ebenfalls positiv, auch wenn noch Überzeugungsarbeit nötig sei. «Wir verlangen jetzt mehr», sagt Michna und nennt als Beispiele die geforderte aktive Internetpräsenz und die Klassifizierung der Unterkünfte. Auch dass ein Eintrag im Unterkunftverzeichnis Geld koste, stoße nicht nur auf Verständnis. Bei dessen Auflage von 10000, dessen Aktualität und dem moderneren Layout (samt Fotos) sei das gerechtfertigt, sagt Sterzenbach.

80000 Euro pro Jahr

Zugleich hebt sie den Service hervor, von dem die Marktoberdorfer Vermieter profitierten: die Gratiseinträge auf der Touristik-Homepage, die Schulungen oder das Infomaterial für die Gäste. Hinzu komme die Tatsache, dass sich die Stadt die Tourismusförderung 80000 Euro pro Jahr kosten lasse. Davon gehen 35000 an die Allgäu GmbH. «Dafür können wir von den Vermietern auch etwas verlangen», findet Sterzenbach.

 

 

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