Kahlschlag
Staat holzt Kraftisrieder Gemeindebäume an der B 12 ab - Entschädigung gefordert

Ausgelichtet hat das Staatliche Bauamt in Kempten die Bepflanzung der Böschungen entlang der B 12. Auf Höhe Kraftisried allerdings gehört der Kommune ein Grundstück an der Bundesstraße. Dort sei die ganze Fläche abgeholzt worden, informierte Kraftisrieds Bürgermeisterin Jutta Breitenmoser im Gemeinderat.

'Das ist ein absoluter Kahlschlag, kein Auslichten mehr', empörte sich Ratsmitglied Werner Pracht. Man sehe jetzt jedes Auto vom Dorf aus. Seine grobe Berechnung: 100 Bäume und Buschwerk, die rund 100 Festmeter Holz ergeben.

Oberste Baumreihe war morsch

Die oberste Reihe der Bäume sei morsch, bedeutete das Bauamt der Bürgermeisterin. Breitenmoser habe als Vertreterin des gemeindeeigenen Grundstücks erlaubt, dass die morschen Bäume geschlagen werden dürfen, damit die geforderte Verkehrssicherheit gewährleistet ist.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Brenner sei ebenfalls überrascht gewesen und bedauerte: 'Sträucher kommen wieder, aber Bäume nicht in wenigen Jahren."

Sein Ziel sei es immer gewesen, 'der B 12 ein grünes Kleid verpassen.' Damit begnügten sich aber weder Pracht noch sein Ratskollege Manfred Allgaier. 'Wie ist das mit der Entschädigung?', wollte der wissen.

Der Sachgebietsleiter des Staatlichen Bauamtes in Kempten Gregor ten Elsen bestätigte auf Nachfrage der AZ, dass man sich mit der Gemeinde abgesprochen habe. Was nach einer reinen Auslichtung übrig geblieben wäre, wäre einsturzgefährdet gewesen.

Die verbleibenden Bäume wären unten kahl gewesen und hätten keinen Sichtschutz mehr geboten. Außerdem wären diese restlichen Bäume nicht mehr durch den Bestand vor dem Umstürzen geschützt. Hätte das Bauamt diese Maßnahmen nicht durchgeführt, hätte man der Kommune dies aufdrücken müssen.

Allerdings habe die beauftragte Firma die betreffenden Mengen Holz aufgelistet.

Erlös wird gutgeschrieben

Auftragnehmer war die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf. Malte Menck, dort für die Aktion zuständig, betonte gegenüber unserer Zeitung, dass nicht zeitgerecht ausgelichtet worden sei. Bei Schnee oder Wind bestehe die Gefahr des Bruchs.

Somit würden die hohen Bäume ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellen. Menck bekräftigte auf Nachfrage: Der Erlös, vermindert um die Aufwendungen, werde der Gemeinde vergütet.

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