Konzert
Sommerkurs für Sinfonisches Blasorchester an der Musikakademie in Marktoberdorf

Der Sommerkurs für Sinfonisches Blasorchester des Musikbundes von Ober- und Niederbayern (MON) an der Musikakademie Marktoberdorf war 1989 der erste seiner Art in Deutschland und diente ähnlichen Veranstaltungen seither als Vorbild.

Während sich jedoch andernorts aus verschiedensten Gründen keine Projektblasorchester mehr treffen, zog es in der ersten Woche der Sommerferien inzwischen schon zum 28. Mal interessierte Musiker – längst nicht nur aus dem Gebiet des MON – ins Allgäu.

Lehrgangsleiter Michael Kummer hatte zusammen mit seinem Kollegen Stefan Barth und dem Dozenten des parallel laufenden Kompositionsseminars Windrichtung, Johannes Stert, ein Programm mit zwei Schwerpunkten zusammengestellt: drei Klassiker des Repertoires umrahmten zwei neuere musikalische Städteporträts.

Kummer, ausgewiesener Fachmann für Blasmusik aus Großbritannien, begann mit der 'Toccata marziale' von Ralph Vaughan Williams (1872-1958). In seiner Anmoderation des der Metropole London gewidmeten 'Portrait of a City' von Philip Sparke konnte er sich einen kleinen Seitenhieb auf den Brexit-Beschluss der Inselbewohner nicht verkneifen: 'Wir bleiben bei den Briten. In der Gegenrichtung scheint es ja nicht mehr so aktuell zu sein.'

Auf in die nächste Metropole. Mit 'Life in the Capital City', dirigiert von Stefan Barth, setzte der 1961 geborene Finne Timo Forsström seiner Heimatstadt Helsinki ein klingendes Denkmal.

Die zweite Konzerthälfte gehörte wie immer dem Dozenten des Kompositionsseminars. Johannes Stert griff aufgrund der hohen spieltechnischen Anforderungen seiner eigenen Blasorchester-Kompositionen auf zwei Werke aus fremder Feder zurück.

Zunächst erklang Percy Graingers sechssätzige Suite 'Lincolnshire Posy': nicht einfach nur ein Volkslieder-Potpourri, sondern bis ins kleinste Detail dem Vortrag der Volkssänger nachempfunden, die dem Komponisten ihre Melodien vorgetragen haben. Die schwierigsten Stellen des Stücks (Polyrhythmik im dritten und rhythmisch freier Vortrag im fünften Satz) kamen souverän über die Bühne.

Entsprechend entspannt klang die sehr eingängige Melodie des Finalsatzes. Nachdem das Orchester im ersten Teil der 'Armenischen Tänze' von Alfred Reed die größten rhythmischen Klippen sicher umschifft hatte, konnte man im furiosen Schlussteil dem Affen Zucker geben. Selten hat man diesen Abschnitt schon einmal schneller gehört, so dass man ihn als Dank für den langen Schlussapplaus noch einmal als 'Rausschmeißer' wiederholte.

Autor:

Joachim Buch aus Kempten

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