Sinfonieorchester Ostallgäu
Sinfonieorchester Ostallgäu begeistert bei öffentlicher Generalprobe in der Musikakademie Marktoberdorf

Marktoberdorf stand am vergangenen Wochenende zweimal im Zeichen der Vorbereitung auf den Bayerischen Landesentscheid zum Deutschen Orchesterwettbewerb (DOW). Knappe 24 Stunden nach der Stadtkapelle präsentierte sich auch das Sinfonieorchester Ostallgäu vor heimischem Publikum im prall gefüllten Wengenmeier-Saal der Musikakademie - quasi als öffentliche Generalprobe.

Solist überzeugt mit vollem Ton und technischer Geläufigkeit

Der vor vier Jahren gegründete Klangkörper spielte unter seinem Dirigenten Stephan Dollansky ein recht kurzes, aber stilistisch doch sehr abwechslungsreiches Programm. In Abweichung von der konventionellen Dramaturgie begann man gleich mit einem solistischen Werk: Mozarts Hornkonzert Nr. 3 in Es-Dur KV 447.

Der 20-jährige, aus Marktoberdorf stammende Solist Christian Fath überzeugte mit vollem Ton, leichter Höhe und großer technischer Geläufigkeit. Das Orchester traf über weite Strecken den leichtfüßigen Mozart-Ton und hatte sich vor allem im langsamen zweiten Satz intonatorisch gefunden.

Die Tondichtung 'Finlandia' von Jean Sibelius (1865-1957) eröffnete mit erdig-rustikalen Blechklängen den zweiten Teil des Konzerts. Höhepunkt der Darbietung waren zweifellos die lyrischen Gesangslinien des Mittelteils, in dem sich die Streicher äußerst homogen präsentierten und sich auch klanglich von ihrer besten Seite zeigten.

Eine Art Generalprobe für Deutschen Orchesterwettbewerb

Die Tempobezeichnung 'sehr mäßig' im Scherzo von Robert Schumanns 3. Sinfonie irritiert, erwartet man an dieser Stelle doch eher flotte und tänzerische Musik. Aber wahrscheinlich wurde gerade deshalb dieser Satz als Pflichtstück für die am DOW teilnehmenden Sinfonieorchester ausgewählt. Dollansky hielt den Fluss der Musik stets aufrecht.

Wenn man die Erinnerungen an Scherzo-Sätze aus anderen Sinfonien – vor allem Beethovens – ausblendete, so wurde doch ein gewisser tänzerischer Charakter gewahrt.

Umso mehr in die Beine ging dafür das Schlussstück 'Landschaften unter dem Zeichen des Kosmos' des 1950 geborenen Mexikaners Arturo Márquez. Es ist weitgehend folkloristisch geprägt und lebt immer wieder vom rhythmischen Gegensatz zwischen 3/4- und 6/8-Takt, die ja bekanntlich nur mathematisch identisch sind.

In einer Zeit, wo man in vielen Konzertprogrammen oft 'auf Nummer sicher' geht, ist die Auswahl solcher lohnenswerten Raritäten ausdrücklich zu begrüßen. Geht man von der Intensität des Schlussbeifalls aus, dann dachte die Mehrheit des Publikums genauso.

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