Dekanat
Seelsorge soll wieder mehr in den Mittelpunkt rücken

Samstagmorgen Gottesdienst zum Veteranenjahrtag in Stötten, am Nachmittag Messe in Remnatsried, abends wieder in Stötten, am Sonntag erst Messe in Sulzschneid, danach beim Veteranenjahrtag in Rettenbach, am frühen Nachmittag noch eine Taufe. Da braucht ein Pfarrer wie Sajimon Vargese nicht nur ein flottes Auto, sondern ebenso eiserne Nerven. Denn als Folge des Priestermangels wurden immer mehr Pfarreien zusammengelegt. Entsprechend vermehrte sich die Arbeit, die auch außerhalb des Gotteshauses zu leisten ist. «Dekanatsentwicklung» heißt nun ein Weg, der einerseits die Geistlichen entlasten und andererseits die Laien mehr in die kirchliche Arbeit führen und deren Kompetenz stärken soll.

Im Dekanat Füssen drei Jahre lang erarbeitet

Drei Jahre lang ist dieses Modell im Dekanat Füssen erarbeitet worden. Nun wird es nach und nach den leitenden Priestern und Gremien im Dekanat Marktoberdorf vorgestellt. Ziel ist, das Dekanat als ein kirchliches Netzwerk weiter zu entwickeln. Dadurch soll die Botschaft des Evangeliums «ursprungsgetreu und zeitgemäß» allen Menschen verkündet werden können.

«Dekanatsentwicklung ist ein Prozess, in dem das Dekanat als ein gemeinsamer pastoraler Raum gestaltet wird, dessen kirchlichen Orte selbstständig agieren, miteinander vernetzt sind und wechselseitig aufeinander verweisen», erläuterte Dr. Armin Ruf bei der Herbstversammlung des Dekanatsrates.

Ruf hat als Referent für Gemeindeentwicklung das Projekt in Füssen mit begleitet. Es solle dabei, wie bei der Gründung der Pfarreiengemeinschaften, überhaupt nicht um eine Verschmelzung der Pfarreien gehen, sagte er. «Der Diözese war, ist und wird es wichtig sein, dass es Ortspfarreien gibt.»

Es gehe vielmehr darum, Aufgaben zu bündeln und gleichzeitig die Pfarreien und Verbände besser zu vernetzen. Das bedeute, nicht parallel, sondern miteinander zu wirken.

Konkret umgesetzt wird bereits zum neuen Jahr, dass die Etats der Gemeinden für den laufenden Betrieb - Personalwesen, Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen - zentral geführt werden. Die sogenannten Kernhaushalte, die Gebäude, Vermögen, Rücklagen und Spenden betreffen, verbleiben hingegen bei den Kirchenstiftungen.

Materie wird immer komplizierter

Anlaufpunkt werde als Dienstleister für die Gemeinden die Dekanatsgeschäftsstelle sein. Derzeit ist sie in Füssen angesiedelt. Als das Projekt den leitenden Priestern und den Kirchenpflegern im Dekanat vorgestellt wurde, habe es viel Zustimmung erfahren, berichtete Ruf. Allein aus dem Grund, weil die Materie immer komplizierter werde.

Von dieser Arbeit wäre der Priester dann schon einmal entlastet und könnte sich wieder mehr um die Seelsorge kümmern. Denn das sei das eigentliche Ziel dieser vom Bistum betriebenen Reform. Das sei aber auch der Punkt, an dem die Laien verstärkt ins Spiel kommen.

Sie sollen den Pfarrer bei der Weitergabe des Glaubens unterstützen und auf diese Weise mithelfen, «das gewachsene religiöse Leben aufrecht zu erhalten», sagte Ruf. In welcher Form dies geschehen kann, müsse noch ausgearbeitet werden.

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