Kritk
Schwere Vorwürfe gegen Vorstand des Tierschutzvereins Marktoberdorf: Vorstand Heinz Krämer im Interview

Heinz Krämer (70) steht seit 1979 an der Spitze des Marktoberdorfer Tierschutzvereins. Unter seinem Vorsitz wurde 1982 das damalige Tierheim Ostallgäu in Betrieb genommen und 1995 das Tierheim in Marktoberdorf.

Herr Krämer, haben Sie in den vergangenen Wochen schon mal daran gedacht, alles hinzuschmeißen?

Krämer: Es gab viele schlaflose Nächte und ich habe mir auch überlegt, ob ich zurücktreten soll. Allerdings habe ich in dieser Zeit auch die Rückendeckung von vielen langjährigen Mitgliedern erhalten, die zu mir sagten: Geben Sie nicht auf, machen Sie weiter! Das hat mir geholfen, daher bleibe ich auch in dieser Situation im Amt.

Ihnen wurde vorgeworfen, Sie würden keine Kritik zulassen, Missstände im Verein vertuschen und es gebe Unklarheiten bei der Kassenprüfung. Haben Sie Fehler gemacht?

Krämer: Ja, wir hätten die Arbeit von Frau Helbig (stellvertretende Leiterin des Tierheims, Anm. d. Red) rechtzeitiger und intensiver kontrollieren müssen. Zum Beispiel gibt es keine vollständigen Aufzeichnungen darüber, wie viele Pensionstiere wann und wie lange bei uns betreut wurden.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Frau Helbig beschreiben?

Krämer: Als desolat.

Warum?

Krämer: Es sind viele Aktionen gelaufen, die für mein Empfinden einen eklatanten Vertrauensbruch darstellen. Die öffentlichen Vorwürfe gegen die Vereinsführung sind nach meiner Meinung eine Intrige.

Gehen wir doch die wesentlichen Kritikpunkte durch: Der Vorstand soll gar nicht beschlussfähig sein, hieß es.

Krämer: Natürlich ist der Vereinsvorstand beschlussfähig. Die Behauptung, die Zweite Vorsitzende, Elke Blum, hätte ihr Amt niedergelegt, ist völlig falsch. Wir haben beim Registergericht nachgeforscht. Dort ist tatsächlich ein anonymes Fax vom angeblichen Rücktritt von Frau Blum eingegangen, das aber niemals von ihr verfasst wurde. Dieses Schreiben muss jemand anderes geschickt haben. Frau Blum hat in Wahrheit niemals solch ein Fax an das Gericht geschrieben.

Ein weiterer Vorwurf lautete, der Vorstand habe Mitglieder ausgeschlossen, weil sich diese während der Jahresversammlung kritisch geäußert hätten.

Krämer: Wir haben niemanden ausgeschlossen, es wurden lediglich acht neue Anträge nicht genehmigt. Und das ist das Recht des Vorstands, über die Aufnahme von neuen Mitgliedern zu entscheiden. Normalerweise kennen wir die Leute, die Mitglied werden wollen. Das war bei diesen acht im November nicht der Fall. Und der Verein will keine Mitglieder, die gegen den Verein arbeiten anstatt für ihn.

Die Rechnungsprüfung für 2012 soll von der Zweiten Vorsitzenden und der Kassiererin durchgeführt worden sein - was nicht zulässig wäre.

Krämer: Nach den Neuwahlen 2012 hat sich unglücklicherweise die Amtszeit von Rechnungsprüferin und Kassiererin um einen Monat überschnitten. Ich sehe in dem Fall keine Schwierigkeit. Zumal uns eine renommierte Steuerkanzlei die Bücher führt. Und weil ja auch immer wieder Transparenz gefordert wird: Die gibt es doch bei der Mitgliederversammlung. Da werden alle Zahlen für alle ersichtlich offen gelegt.

Der Tierschutzverein steckt in finanziellen Nöten. Wie groß sind Ihre Sorgen in dieser Hinsicht?

Krämer: Sehr groß. Wir leben von der Hand in den Mund, wie alle Tierheime. Machen wir heuer keine größere Erbschaft, werden wir das Jahr nur mühsam überleben. Wir bekommen von den Gemeinden als Pauschale 50 Cent pro Einwohner. Wir würden aber einen Euro benötigen.

Lesen Sie einen .

Das komplette Interview lesen Sie in der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Marktoberdorf vom Samstag, 30.01.2015.

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