Energieprogramm
Schwache Nachfrage nach Geld aus Umwelttopf

Seit gut zehn Jahren wirbt die Stadt Marktoberdorf mit Zuschüssen für bestimmte Energieeinspar- und Umweltschutzinvestitionen. Die Stadträte füllen den Fördertopf Jahr für Jahr mit 20000 Euro. 2010 wurden allerdings gerade mal 30 Prozent (5800 Euro) des Fördertopfes ausgeschöpft, denn lediglich 26 Zuschussanträge trafen im Rathaus ein. Zum Vergleich: 2009 flossen bei 46 Anträgen 11000 Euro aus dem Stadtsäckel in Richtung Bürger. Während sich so 2010 als eines der schwächsten Jahre in der Geschichte des städtischen Umweltprogramms erwiesen hat, war 2008 das bislang erfolgreichste: Damals wurden 17000 Euro an Häuslebauer und Sanierer überwiesen.

Was 2010 die Ursachen für die schwache Resonanz waren - darüber kann nur spekuliert werden. Möglicherweise sind andere Fördertöpfe finanziell attraktiver und werden deshalb bevorzugt, zumal die städtischen Zuschussregelungen eine Doppelförderung ausschließen. Eine Rolle spiele sicherlich auch, dass bereits viele Altbauten saniert sind und Neubauten heutzutage auf hohem Energiestandard stehen, wie Bürgermeister Werner Himmer gegenüber der AZ zu bedenken gibt. Dem Argument, dass vielleicht zu wenig für das Umweltprogramm geworben werde, hält er entgegen, dass auf den städtischen Internetseiten darauf aufmerksam gemacht werde.

«Ich würde mir wünschen, dass der Topf kräftiger ausgeschöpft wird», macht aber auch Himmer deutlich: «Wir wollen mit den Zuschüssen eigentlich Umweltschutzanreize schaffen.»

Nachfrage konzentriert sich auf Speicher und Thermographie

Himmer sieht das Programm nun aber nicht etwa als gescheitert an. Schließlich hat es in der Vergangenheit immer wieder kräftige Nachfrage-Sprünge gegeben: Mal war sie schwach (zum Beispiel 2004 mit insgesamt 5500 Euro Fördersumme), dann wieder stark (2005: 13000 Euro). Klare Hinweise auf eine Abwärtstendenz sind nicht erkennbar.

So soll denn auch 2011 das Umweltprogramm aufgelegt werden, kündigt der Bürgermeister an. Doch werde man möglicherweise den Förderkatalog aktualisieren müssen.

Regenwassersickerschächte, Thermographien (Wärmeverlustanalyse), Pufferspeichereinbau, Luftdicht-Messungen bei Gebäuden («Blower Door») und die Umrüstung von Pkw-Dieselmotoren auf Pflanzenöl werden aktuell mit 100 bis 300 Euro gefördert, sofern bestimmte Bedingungen eingehalten werden.

Als Renner hat sich in all den Jahren die Pufferspeicher-Förderung erwiesen. Hierfür wurden 2009 exakt 43 Anträge gestellt, im Vorjahr 18. Für Thermographie gehen vereinzelt Anträge ein - 2010 waren es acht, im Jahr zuvor drei. Dagegen ist die Zuschuss-Nachfrage für Sickerschächte und Dieselmotorumbau seit Längerem gleich null. Für eine Blower-Door-Messung gab es letztmals 2006 Geld von der Stadt.

Seit 2008 keine Vorschläge mehr für den Umweltpreis der Stadt

Ebenso Fehlanzeige bei Vorschlägen für einen städtischen Umweltpreis: Letztmals wurde der Preis im Jahr 2008 vergeben. Seither seien keine Preis-Vorschläge mehr aus der Bevölkerung im Rathaus eingetroffen. Himmer hofft, dass sich 2011 das Blatt wieder wendet, Meldeschluss ist der 31. Oktober. Preisträger können Privathaushalte, Privatpersonen und Unternehmen sein. Das Preisgeld liegt bei insgesamt 1500 Euro für die drei «Sieger».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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