Mobilfunk
Risikobewusstsein für Mobilfunk fehlt noch immer

Aufwendige Informations- und Aufklärungsarbeit haben die Allgäuer Mobilfunkinitiativen im zu Ende gehenden Jahr geleistet. So veranstalteten sie die Vortragsreihe 'Blinde Kühe sind kein Spiel' und waren bei der Messe MIR in Kaufbeuren dabei, um über die Einführung des neuen digitalen Blaulichtfunks 'TETRA' zu informieren. Dass den Regionalgruppen nun mit Diagnose Funk ein kompetenter Dachverband zur Seite steht, stimmte die Teilnehmer der jüngsten Sitzung im Marktoberdorf zuversichtlich. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation bündelt die Anliegen der Ortsgruppen und trägt sie auf bundespolitische und europäische Entscheidungsebenen.

Den bisher größten politischen Erfolg verzeichnete Diagnose Funk in Baden-Württemberg, wo der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung den Vorsorgegedanken berücksichtigt und mehr Mitspracherecht für die Kommunen bei der Standortwahl vorsieht. Sprecher Erich Amman erklärte: 'Es sollen eine Genehmigungspflicht für Sender unter zehn Meter eingeführt und Minimierungskonzepte zur Reduzierung der elektromagnetischen Belastung ermöglicht werden.'

Regierungen aufgefordert

Für gemischte Gefühle sorgte unter den Sitzungsteilnehmern ein Beschluss des Europarates vom Mai unter dem Titel 'Potenzielle Gefahren elektromagnetischer Felder und ihre Auswirkungen auf die Umwelt'. 'Die konkreten Forderungen entsprechen in fast allen Punkten denen unserer Initiativen', erläuterte Sprecherin Renate Marek.

Dass die europäischen Regierungen aufgefordert werden, alles Erdenkliche zu tun, um die Strahlenbelastung zu reduzieren, fand große Zustimmung in der Runde. Kein Verständnis fand allerdings, dass dieser Beschluss bei den Regierungen bisher keine Berücksichtigung findet.

Bei ihrer künftigen Arbeit werden die mobilfunkkritischen Gruppen berücksichtigen, dass die Nutzung der Handys durch immer neue Funkanwendungen rasant zugenommen hat, jedoch kaum Informationen und ein Bewusstsein über mögliche gesundheitliche Risiken bei den Nutzern vorhanden sind. Die Teilnehmer des Arbeitstreffens kritisierten, dass Politik, Medien und Mobilfunkbetreiber die Risiken verharmlosten, obwohl die Erkenntnisse über gravierende Schädigungen von Mensch, Tier und Pflanzen zunehmen.

Die Mobilfunkkritiker sehen sich mit der Forderung nach umweltschonenden Funksystemen als fortschrittliche Kraft, und nicht – wie ihnen vielfach vorgeworfen wird – als Technikfeinde. So fordern die Mobilfunkgruppen emissionsminimierende Maßnahmen, wie den Ausbau des Glasfasernetzes und Konzepte zur Strahlenminimierung.

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