Umbau
Rege Diskussion um Aussehen der Bahnhofstraße

«Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Mir gefällt sie jetzt gut», fand Grünen-Fraktionschefin Clara Knestel im Stadtrat lobende Worte für das neue Aussehen der Bahnhofstraße, soweit es denn schon erkennbar ist. Dabei weist sie im Bereich zwischen Bahnhof und Hotel Sepp einen Makel auf: Das Pflaster liegt an einigen Stellen schief. Deshalb sollte von der ausführenden Firma über einen Nachlass verhandelt werden, wurde bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Nicht nur in diesem Punkt hatte Betram Mooser vom gleichnamigen Ingenieurbüro jede Menge Aufklärungsarbeit zu leisten.

Aufgrund der unterschiedlichen Größen des Pflasters sollten die eigens angefertigten Granitsteine in einem Rutsch verlegt werden. Das sei aber nicht möglich gewesen, weil die Baumquartiere nicht rechtzeitig geliefert waren, sagte Mooser. Um die Baustelle trotzdem in Betrieb zu halten, sei der Verlegetrupp «hin und her gehüpft». Das Straßenpflaster sei fest verfugt und habe, damit es ohne äußere Einflüsse aushärtet, gleich abgedeckt werden müssen. Deshalb fehlte quasi die Richtachse für die übrigen Steine.

Bei einem Ortstermin informierte sich der Stadtrat dieser Tage über die schiefen Verhältnisse. Inzwischen hat das Bauunternehmen einen Teil des Pflasters neu verlegt, etwas begradigt und damit versucht, den Fehler seines Subunternehmers auszubügeln. «Von der Ausführung her ist alles in Ordnung. Es ist eine rein optische Geschichte.»

Alles herauszureißen, hätte zur Folge, dass die Bahnhofstraße noch einmal zwei Monate lang gesperrt werden müsste, erläuterte Bürgermeister Werner Himmer - von den Kosten ganz abgesehen. Das wollte der Stadtrat nicht. Wohl aber drängt er auf eine Kostenminderung, die, so Peter Fendt (Bayernpartei), konsequenterweise der Lieferant der Baumscheiben übernehmen müsse.

Zuvor hatte sich Wolfgang Schmid (Freie Wähler) über die Kleinheit des Pflasters beklagt. Er habe davon nichts gewusst. Weil Großflächenpflaster im Gestaltungshandbuch nicht festgeschrieben war, habe die Städtebauförderung dies abgelehnt, erklärte Mooser. Über das kleinere Pflaster seien die Fraktionsführer informiert worden, ergänzte Jutta Jandl (SPD).

Nicht ausreichend unterrichtet fühlten sich die meisten Stadträte über die Höhenangleichung. Etwa beim Hotel Sepp wurde die Straße um 26 Zentimeter angehoben. «Hätten wir als Laien das anhand der Pläne sehen können?», fragte Dr. Andrea Weinhart (FW), was Mooser verneinte. Mit den Anliegern sei über die Angleichung intensiv, mehrfach und stundenlang gesprochen worden. «Wenn dann der vermeintliche Konsens negativ dargestellt wird, ist das ungut.»

Auf gleiches Niveau bringen

Grundsätzlich sei es so, dass die 700 Meter vom Bahnhofskreisel bis zur AOK-Kreuzung auf gleiches Niveau gebracht werden müssten. Die Anbindung der Poststraße sei im Moment eher provisorischer Natur, weil diese Straße ohnehin zum Ausbau anstehe. Deshalb habe man nicht weitere Kosten verursachen wollen.

Unter dem Strich waren sich die Stadträte mehrheitlich einig, dass die Umgestaltung im ersten Abschnitt als gelungen angesehen werden müsse.

Seit gestern wird eine Bitumendecke aufgezogen, damit die Bahnhofstraße bald wieder freigegeben werden kann. Die Verschleißschicht soll sie im Frühjahr erhalten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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