Lehrstellensuche
Projekt Jobcast an der Berufsschule Marktoberdorf hat doppelten Effekt

Einen Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht immer einfach. Besonders schwer ist es für junge Menschen, die keinen Schulabschluss haben. Für solche Schüler gibt es an der Staatlichen Berufsschule das sogenannte kooperative Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/k). Dort werden diese Schüler in einer Klasse zusammengefasst. Sie haben 19 Wochen Blockschule und 19 Wochen Praktika. Ziel ist es, den Schülern während dieses Jahres eine Ausbildung zu vermitteln.

Berufsschullehrer Selah Okul leitet die Klasse. Dort, so sagt er, fänden sich die, die sich in der Schule schwertun genauso wie die, die bislang keine Lehrstelle anstreben. Das Ziel sei, auf die Wichtigkeit einer Berufsausbildung aufmerksam zu machen, zu motivieren. Laut Okul lag die Vermittlungsquote in den letzten Jahren nie unter 80 Prozent.

Das Projekt 'Jobcast', das jüngst wieder stattfand, ist eine dieser Vermittlungsinitiativen. Dazu holte Diplom-Sozialpädagogin Silvia Schwarz zwei junge Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks ins Haus. Die finden dank des geringen Altersunterschieds schnell Zugang zu den Jugendlichen und erklären ihnen, wie Mikrofon und Kamera funktionieren. Vor allem aber bringen sie ihnen Grundlagen des Interviews bei, etwa, wie man auf den Gesprächspartner zugeht, wie man nachfragt, wie man das Eis bricht.

Alles Dinge, die bei Vorstellungsgesprächen von Nutzen sein können.

Im Gespräch mit Arbeitgebern

Mit diesem theoretischen Wissen gingen die Schüler in kleinen Gruppen zu Betrieben, die unbekannte oder unbeliebte Ausbildungsberufe anbieten. Dort führten sie Interviews mit Führungskräften, informierten sich über den Beruf und, was noch wichtiger ist, lernten mögliche Arbeitgeber kennen.

Erste Erfolge zeigte das Projekt bereits. Matthew (16) macht sich nach dem Interview Hoffnung auf einen Praktikumsplatz bei der Firma Hubert Schmid, dort will er 'auf jeden Fall noch mal reinschauen'. Auch Daniela (15) hat die Chance genutzt und sich bei Orthopädieschuhtechnik Gruber nach einem Praktikum erkundigt. Nun soll sie ihren Lebenslauf einreichen, die Chancen stünden nicht schlecht. Interessant fände sie den Beruf schon.

Mit den Interviews war das Projekt aber nicht beendet. Zwei Tage lang schnitten die Schüler die Film- und Tonaufnahmen zusammen. Sie mussten dabei nicht nur Pausen und Versprecher wegschneiden, sondern vor allem gemeinsam entscheiden, was gekürzt, was beibehalten wird. Danach wurden die Tonmitschnitte und Videoaufnahmen vor anderen Schülern präsentiert – auch das eine nützliche Erfahrung für das spätere Berufsleben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019