Kunst
Polizei wollte «Adam» zurück

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Diese Geschichte beginnt vor mehr als sieben Jahren. Ohne konkreten Auftrag schuf der Kemptener Künstler Oliver Köhl im Jahr 2003 vier Stelen aus türkischem Basalt, in die er als krönende Struktur reliefartig die Fingerabdrücke eines Kemptener Kripo-Beamten namens Manfred Adamer einarbeitete. Köhl nannte die Stelen, die auf einem Eisensockel stehen, «Adam» und lieh sie der Polizeidirektion Kempten - in der Hoffnung, diese würde das Kunstwerk irgendwann ankaufen.

Dazu kam es freilich nie. Zwar gefiel den Polizisten der Adam, doch Geld für einen Ankauf konnten sie nie locker machen. Nach einem Jahr holte Köhl die vierteilige Skulptur zurück in sein Atelier, stellte sie mal da, mal dort aus. Käufer fand er weiterhin keinen.

Kosten von 4000 Euro

Als es nun um die «Kunst am Bau» für die neue Polizeiinspektion Marktoberdorf ging, erinnerten sich einige bei der Polizei an das Kunstwerk. Ob es Adam noch gebe, wurde Köhl gefragt. «Ein paar Beamte setzen sich sehr stark dafür ein, dass die Stelen nach Marktoberdorf kommen», sagt Köhl (49). Offenbar hinterließ die Arbeit einen starken Eindruck.

Nun hat der Adam im Innenhof der Marktoberdorfer Polizeiinspektion eine endgültige Heimat gefunden. 4000 Euro ließ sich der Freistaat das Werk samt den Aufbau kosten. (kpm)

 

Haben nun ihren endgültigen Standort gefunden: Die vier Stelen aus türkischem Basalt, denen Bildhauer Oliver Köhl den Namen «Adam» gab, stehen auf dem Hof der neuen Polizeiinspektion in Marktoberdorf. Oben und an der Seite sind die reliefartig eingearbeiteten Fingerabdrücke zu sehen. Foto: Hermann Ernst

 

Oliver Köhl

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