Appell
Politiker fordern barrierefreie Zugeinstiege - Bahn: «Ordentlicher baulicher Zustand»

Fünf Jahre ist es her, dass die Investoren Bietsch & Mendler (Ofterschwang) den Marktoberdorfer Bahnhof gekauft haben. Sie sanierten das marode Gebäude, richteten es hübsch her, sorgten dafür, dass dort wieder Fahrkarten und Reisebedarf verkauft werden. Unverändert unansehnlich blieben dagegen die Bahnsteige.

Für deren Unterhalt und Pflege ist die Deutsche Bahn zuständig. Seit Jahren schon gibt es Appelle der Stadt, der Behindertenbeauftragten Waltraud Joa und von Politikern, den Zustieg zu den Zügen << barrierefrei >> zu gestalten, also ohne Erschwernisse für Behinderte, ältere Menschen und Familien mit Kinderwagen.

Doch es tat sich nichts. Nun gibt es in dieser Sache einen neuen Vorstoß des Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl sowie von Landrat Johann Fleschhut und Bürgermeister Werner Himmer. Denn derzeit stellt die Bahn eine Liste ihrer Bauprojekte für die Jahre 2013 bis 2018 zusammen.

Und darin soll, so die drei Freien Wähler, auch der Marktoberdorfer Bahnhof stehen. Dass dem so sein wird, erscheint jedoch fraglich. Das lässt jedenfalls die Antwort der Bahn auf eine Anfrage der AZ vermuten.

Umsetzung der UN-Konvention

Marktoberdorf sei als Kreisstadt das Tor zur Tourismusregion Ostallgäu, die in Bayern eine Spitzenstellung einnehme, so die drei Politiker. Deshalb sei hier die Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung besonders wichtig. Im gesamten Münchner S-Bahnbereich sei Barrierefreiheit bereits umgesetzt. Es sei also dringend geboten, die Benachteiligung der ländlichen Region gegenüber Ballungsräumen auszugleichen. Die Unterzeichner erinnern an die Forderung von Bundesministerin Ursula von der Leyen, pro Jahr 100 Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten. Auch Marktoberdorf müsse in den Bedarfsplan bis 2018 aufgenommen werden.

Momentan sei das aber noch nicht gesichert, berichtete Pohl unserer Zeitung nach einem Gespräch mit Vertretern der Bahn. In der Region seien die Bahnhöfe Kaufbeuren und Marktoberdorf << überfällig >>, beide müssten barrierefrei gestaltet werden. Indiskutabel ist für ihn eine mobile Einstiegshilfe (handbetriebener Aufzug) für Behinderte. Nicht nur für diese, sondern auch für alte Menschen und schwer bepackte Reisende ist in Marktoberdorf aufgrund der niedrigen Bahnsteige der Einstieg in die Züge äußerst beschwerlich bis unmöglich.

Bürgermeister Himmer verweist gegenüber der AZ auf die Bemühungen der Stadt, auch in Zusammenarbeit mit der Behindertenbeauftragten Joa und der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU), die Bahn zu einem Umbau der Bahnsteige zu bewegen.

So sei bei einem von Schorer organisierten Treffen mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums und der Bahn vor vier Jahren der barrierefreie Zugeinstieg in Marktoberdorf Thema gewesen. Mehrfach hätten Joa und er einen << zeitnahen Umbau >> gefordert. Himmer hofft, dass die Bahn dies in den nächsten Jahren angeht.

Vage Auskunft der Bahn

Eine konkrete Anfrage unserer Zeitung hierzu beantwortete die Bahn mit dem Hinweis auf Gespräche mit dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr über den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen bis 2018. << Bei der Priorisierung werden sowohl bauliche Notwendigkeiten als auch das Verkehrsaufkommen und die Reisendenzahlen berücksichtigt >>, so ein Bahnsprecher. Die << Verkehrsstation >> in Marktoberdorf befinde sich in einem << ordentlichen baulichen Zustand >>.

Die Zahl der Reisenden liege << unter denen vieler anderer Stationen, die in den Verhandlungen diskutiert werden >>. Abschließend dazu wies der Bahnsprecher darauf hin, dass << über Instandhaltungsmaßnahmen laufend für einen betriebssicheren Zustand der Verkehrsstation gesorgt >> werde.

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