Glaube
Pfarreiengemeinschaft St. MartinSt. Magnus und evangelische Johannesgemeinde bieten vielseitiges Programm

Ob beim Valentinsgottesdienst für Paare, der Jesus House Party oder beim Krankenhausbesuchsdienst: Ökumene werde in Marktoberdorf groß geschrieben, sagen der katholische Stadtpfarrer Wolfgang Schilling und seine evangelische Kollegin Antonia Mangold. «Diese Angebote müssen wir lebendig erhalten und vertiefen», sagt Schilling. «Die Offenheit für Neues ist da», meint Mangold.

Dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind, zeigt die Beteiligung an der Ökumenischen Nacht der Kirchen am 27. Mai. «Eine wunderbare Geschichte», so Schilling. Das breit gefächerte Programm haben die Geistlichen mit Mitarbeitern der katholischen Pfarreiengemeinschaft St. Martin/St. Magnus und der evangelischen Johannesgemeinde gemeinsam erarbeitet.

Der Austausch soll Frucht bringen: So will Dolf Rabus in der Johanneskirche beim ökumenischen Singen Liedgut aus beiden Konfessionen anstimmen. «Er arbeitet mit dem katholischen Gotteslob und dem evangelischen Gesangbuch», erläutert Schillings Pfarrhelferin Margot Schmid. Zudem gibt es inzwischen ohnehin viele ökumenische Lieder, wie «Großer Gott, wir loben Dich» oder «Lobet den Herrn».

Die Pfarreien haben ihr Programm abgestimmt: Veranstaltungen wie «Dance the Gospel» (Johanneskirche) oder «Sing and Pray» (Magnus), die Jugendliche anziehen sollen, sind zeitversetzt. «Wir werben uns nicht gegenseitig Leute ab», so Mangold. Die Angebote in den vier Kirchen sollen einander ergänzen.

Zudem soll es immer wieder zur Begegnung zwischen alten und jungen, katholischen und evangelischen Menschen kommen. Etwa beim «Ratsch- und Knabbertreff im Kerzenschein» oder beim Sternmarsch zur katholischen Frauenkapelle. Diese ist Ziel des Zugs von den anderen drei Kirchen (St. Martin, St. Magnus und St. Johannes) aus. Dort beten die Teilnehmer dann gemeinsam um 24 Uhr ihr abschließendes, ökumenisches Friedensgebet (wir berichteten).

Keine «Gleichmacherei»

Die Frauenkapelle sei durch ihre Lage am Stadtplatz für ökumenische Gottesdienste oder Gebete prädestiniert, so Schilling. Wegen ihrer zentralen Lage «finden auch beim Wochenmarkt immer viele Gläubige in die Kapelle hinein und zünden dort ihre Kerzen an», sagt Mangold.

Dass sich die Pfarrerin in der Frauenkapelle heimisch fühlt, hat einen Grund: Erst kürzlich durften die Protestanten für ein halbes Jahr dorthin ausweichen, als ihre Kirche umgebaut wurde. Auch daran sieht man, wie eng die beiden Marktoberdorfer Gemeinden mit ihren circa 9000 katholischen und 2500 evangelisch-lutherischen Christen zusammenarbeiten. Als Gast nutzen die Evangelischen in Marktoberdorf übrigens auch die Martinskirche - für Beerdigungen. Und einmal im Monat feiern sie im katholischen Gotteshaus in Ebenhofen Gottesdienst.

«So etwas sollte selbstverständlich sein», betont Schilling. «Im lutherisch geprägten Oberfranken sind wir Katholiken ja auch auf evangelisches Asyl angewiesen».

Mit «Gleichmacherei» habe Ökumene übrigens nichts zu tun, betont Mangold: Jede Konfession habe ihre eigene Überzeugung, aber es gelte, sich gegenseitig mit Respekt zu behandeln. Laut Schilling kann man zudem von Kostbarkeiten des jeweils anderen profitieren: «Wie wir mit Begeisterung auch lutherische Kirchenlieder singen, so haben die Evangelischen die Osterkerze und die Osternachtsfeier als liturgisches Element von uns übernommen.»

Das Programm aller Allgäuer Kirchen steht im Internet unter:

www.all-in.de/nachtderkirchen

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