Kirche
Pater Jakob verliert Pfarrstelle

Auf Unverständnis stößt in Unterthingau die Entscheidung der Diözese Augsburg, Pater Jakob Mukalel zum 1. September 2011 als Ortspfarrer abzuberufen. Eine Unterschriftenliste ist im Umlauf mit der Forderung, Pater Jakob in Unterthingau weiterarbeiten zu lassen. «Uns leuchtet nicht ein, dass ein Priester nach so kurzer Zeit wieder wechseln muss», sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats (PGR), Wendelin Schmölz. Die Gläubigen seien mit ihm sehr zufrieden.

«Es macht mich traurig, dass ich weg muss»

«Wir suchen jetzt das Gespräch mit dem Ordinariat», erklärt Wendelin Schmölz weiter. Das könne aber nach Anfrage erst im Januar oder Februar stattfinden. Verärgert zeigten sich die Gläubigen auch darüber, dass die Mitteilung ohne weitergehende Erklärungen in Unterthingau ankam.

«Es macht mich traurig, dass ich aus Unterthingau weg muss», kommentiert der Betroffene, Pater Jakob, die Entscheidung der Diözese Augsburg. Seit September 2007 ist der gebürtige Inder Ortspfarrer in Unterthingau. In den vergangenen drei Jahren habe er dort Fuß gefasst, habe den Pfarrhof herrichten lassen und die ganze Pfarrgemeinde stehe hinter ihm. Zudem ist ihm das Allgäu zur zweiten Heimat geworden: Vor seiner Zeit in Unterthingau war er bereits fast 20 Jahre lang in Oy-Mittelberg tätig.

Besonders stößt Pater Jakob auf, dass er vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Er habe an die Diözese appelliert, dass er nicht wisse, wie er mit seinen 60 Jahren, kurz vor dem Rentenalter, einen Neuanfang anderenorts verkrafte. «Aber die haben mir nur geantwortet, dass das Ganze längst beschlossene Sache ist. Und dass ich mir nun eine neue Pfarrstelle aussuchen soll», erzählt er.

Hintergrund der Abberufung von Pater Jakob Mukalel ist die geplante Zusammenlegung der Pfarreien Unterthingau und Görisried zur Pfarreiengemeinschaft im nächsten Jahr, wenn Görisrieds Ortspfarrer, Dekan Erwin Ruchte, in den Ruhestand geht. «Die wollen eine Pfarrstelle einsparen», meint Pater Jakob. «Aber mich haben sie nicht gefragt, ob ich in Unterthingau bleiben und Görisried mit übernehmen will», ärgert er sich.

Zum Thema Pfarreiengemeinschaft soll am 24. Januar in Oberthingau ein Informationsabend für Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderäte stattfinden, wie Wendelin Schmölz weiß.

Mitteilung der Diözese «von oben herunter»

Neben der Tatsache, dass Pater Jakob von Unterthingau abgezogen werden soll, ärgere die Gläubigen auch die Art, wie ihnen das mitgeteilt wurde. «Die Leute finden das so von oben herunter», beobachtete Schmölz. «Die Unterthingauer akzeptieren das so nicht.»

Die Fragen zu dem Thema, die unsere Zeitung gestern Nachmittag an die Diözese Augsbrug stellte, konnten von der Pressestelle so schnell nicht beantwortet werden. Die Antworten dazu wird es voraussichtlich heute, Donnerstag, geben. (sg, hkw)

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