Sozialausschuss
Ostallgäu rüstet sich für immer mehr Ältere

Schon in zwölf Jahren wird jeder Dritte Ostallgäuer älter als 60 Jahre sein. Eine allgemeine Bevölkerungsentwicklung, die auch vor dem Süden der Bundesrepublik nicht Halt macht. Für diese Veränderungen will der Landkreis mit seinen 45 Gemeinden gerüstet sein und setzt seit 2009 sein seniorenpolitisches Konzept nach und nach um. Einiges ist seither gemeinsam mit den örtlichen Seniorenbeauftragten und im Zusammenarbeit mit den Gemeinden geschehen, resümierte Alexander Zoller, am Landratsamt für den Bereich Senioren zuständig, beim Sozialausschuss des Kreistages. In einzelnen Gemeinden gebe es schon Seniorentreffs (Buchloe, Obergünzburg und Lamerdingen) oder Mittagstische, Fahrdienste oder Bürgersprechstunden für Senioren. In anderen werde noch der Bedarf an Angeboten ermittelt oder es seien bereits konkrete Projekte in der Planung. Kooperationen seien ins Laufen gebracht worden ebenso wie Fortbildungen - wie etwa für Ärzte und Pfleger, aber auch für ehrenamtliche Helfer.

Versucht worden sei, so Zoller, auch rechtliche und abrechnungstechnische Fragen zum Beispiel bei nachbarschaftlichen Fahrdiensten abzuklären: Zurzeit sei es trotzdem noch immer nicht möglich, zum Beispiel die anfallenden Spritkosten erstattet zu bekommen. Ohne das aber, so Zoller, funktioniere ein ehrenamtlicher Fahrdienst kaum. Daran müsse weiter gearbeitet werden. Zoller blickte zurück auf die Auszeichnung des Landkreises für sein Seniorenkonzept und die einzelner Gemeinden für einzelne Projekte (wir berichteten).

Die Zukunft bringe verstärkt Runde Tische, an denen die an der Seniorenarbeit Beteiligten sich treffen sollen, aber auch die Fortführung der Bemühungen der Gemeinden, für sich Konzepte zu erstellen - wie in Obergünzburg bereits geschehen. Das nächste Ziel werde sein, neben dem bestehenden Seniorenkonzept auch ein Demenz-Konzept für den Landkreis zu erarbeiten.

Denn immer mehr Menschen - so eine Prognose - werden künftig von dieser Krankheit betroffen sein. Auch darauf müsse die Gesellschaft sich einstellen.

Dezentral statt zentral: Angebote vor Ort schaffen

Ziel müsse sein, so Landrat Johann Fleschhut zusammenfassend, viele Angebote vor Ort zu schaffen - damit die Menschen auch im ländlichen Raum leben könnten, wenn sie altersbedingt Unterstützung brauchen. Die Ausschussmitglieder und die beratenden Vertreter verschiedener Sozialverbände und -einrichtungen begrüßten in der Diskussion das Vorhaben und wiesen auf weitere Punkte hin: Wichtig sei barrierefreier Wohnraum ebenso wie geeignete Behindertenparkplätze. Kritik wurde an der Neuorganisation des Anrufsammeltaxis (AST) geübt - auch Mobilität sei schließlich ein wichtiger Faktor für altersgerechte Infrastruktur.

Unterstrichen wurde auch die Bedeutung des Zusammenwirkens verschiedener Organisationen und Institutionen: Bestehendes solle bestehen bleiben - es gelte nicht, jemanden abzuwerben, sondern vielmehr neue Ehrenamtliche zu gewinnen. Gleichzeitig wurde betont, dass auch eine fachliche - und bezahlte - Begleitung der Aktivitäten neben dem Ehrenamt unabdingbar ist.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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