Neuregelung
Ostallgäu muss bei Wertstoffhöfen, Müllabfuhr und Sammlungen nichts ändern

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Gesetzlichen Neuregelungen in der Abfallwirtschaft sieht das Ostallgäu relativ gelassen entgegen. So soll etwa ab 2020 ein Gewichtsanteil von 65 Prozent der Siedlungsabfälle einer Verwertung zugeführt werden. 'Das kann uns nur ein müdes Lächeln abverlangen', meinte dazu der Ostallgäuer Abfallwirtschaftsreferent Klaus Rosenthal im Ausschuss für Kreisentwicklung. Denn 2011 lag die Recyclingquote im Landkreis bei 79,5 Prozent, also deutlich über den gesetzlichen Anforderungen.

Vorbildlich ist der Landkreis Ostallgäu auch in anderen Punkten:

So wird ab 2015 die flächendeckende Sammlung der Bioabfälle aus privaten Haushalten verbindlich; im Ostallgäu gibt es die Biotonne schon seit 1995. Sie wird von fast 40 Prozent der Haushalte genutzt.

Ab 2015 sollen auch verpackungsfremde Kunststoffe gesammelt werden. Experten beziffern das jährliche Abschöpfungspotenzial auf rund 1,7 Kilo je Einwohner. Bei einem Versuch an den Wertstoffhöfen in Oberostendorf und Marktoberdorf kamen 2011 bereits 188 Tonnen zusammen (1,4 Kilo je Einwohner). Allerdings verwies Rosenthal auf fehlende Verarbeitungskapazitäten in Deutschland. Derzeit gehe das Material nach Asien.

Bei Elektronikschrott kalkuliert die EU mit einer Recyclingmenge von 4 Kilo je Einwohner. Im Ostallgäu kommt man bereits jetzt auf 12,1 Kilo.

Auch bei Altpapiersammlungen von Vereinen und Gewerbebetrieben (Blaue Tonne) ändert sich wenig. Ein gewerbliches Angebot ist nur zulässig, wenn es wesentlich leistungsfähiger ist und Vereinssammlungen sind vorab zu melden.

Da das Ostallgäu mit 45 Standorten 'eines der dichtesten Wertstoffhof-Systeme in Deutschland' aufweise, bestehe kein Anlass für Änderungen. Auch auf die Einführung einer Wertstofftonne könne man aufgrund des funktionierenden Systems verzichten.

Sehr niedrige Abfallgebühren, weil Bürger gut sammeln

Rosenthal verwies auf die sehr niedrigen Abfallgebühren im Ostallgäu. Das funktionierende System sei auch ein Verdienst der Bürger: 'Unsere Ostallgäuer trennen und nutzen unser System sehr gut.'

Angesichts der vorgelegten Zahlen zeigten sich die Kreisräte sehr zufrieden. 'Unsere Abfallwirtschaft ist mehr als in Ordnung. Die Bürger machen mit', meinte Landrat Johann Fleschhut. Werner Himmer (FW) lobte auch das Personal an den Wertstoffhöfen. In Marktoberdorf begegne er stets 'serviceorientierten und bürgerfreundlichen Mitarbeitern', sagte der Bürgermeister der Kreisstadt.

Nachdenkliche Töne kamen von Clara Knestel (Grüne), die angesichts riesiger Kunststoffmengen in den Ozeanen die Frage stellte, ob eventuell die Verbrennung in Deutschland mit bester Filtertechnik nicht sogar sinnvoller sein könnte als der Export in Entwicklungsländer.

Josef Fleschutz (SPD) verwies auf Erziehungsmängel, die man angehen sollte. Bei der Flurreinigung 'Sauberes Ostallgäu' fänden sich immer wieder große Mengen von Verpackungen aus Fast-Food-Restaurants wie McDonalds. Diese würden von Autofahrern achtlos aus den Fenstern geworfen. Fleschutz: 'Es ist unwahrscheinlich, was da alles rumliegt.'

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