MarktraOgü
Obergünzburg energiepolitisch weit vorn

Das Thema erneuerbare Energien steht auch in Obergünzburg weit oben auf der Tagesordnung. In der jüngsten Marktratssitzung stellte Diplomingenieur Josef Nersinger von den Lechwerken die Stromeinspeisung 2010 aus erneuerbaren Energien vor. Demzufolge liegt ihr Anteil im Bereich der Marktgemeinde bei 41 Prozent und damit deutlich über den angestrebten 30 Prozent des bundesdeutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2009.

Theoretisch vollständige Deckung

Jeweils rund 4 Millionen Kilowattstunden (kWh) kamen dabei von Biomasse- und Solaranlagen, 3,6 Millionen kWh von Windanlagen und immerhin noch 80000 kWh erbrachte die Wasserkraft. Rein rechnerisch könnte Obergünzburg den Strombedarf damit an vielen Tagen des Jahres vollständig decken, so Nersinger. In der Praxis verhindere dies aber das Zusammentreffen von natürlich bedingten Produktionsschwankungen einerseits und Verbrauchsspitzen andererseits. Das Problem könnte mit Überkapazitäten aus dem Norden entschärft werden, falls sich die durchschnittliche Genehmigungsdauer von zehn bis elf Jahren für Überlandleitungen deutlich verkürze, sagte Nersinger.

Anschließend beschäftigte sich der Marktrat mit den Windenergieanlagen im Gemeindegebiet. Wie Bürgermeister Lars Leveringhaus ausführte, hatte der Marktrat noch Anfang des Jahres beschlossen, keine weiteren Flächen für Windkraftanlagen über 50m Höhe auszuweisen. Gleichzeitig hätten die bestehenden Flächen bei Reichholz und Ebersbach eine Ausschlusswirkung für das übrige Gemeindegebiet.

Planungshoheit durch Grundgesetz geschützt

Angesichts der energiepolitischen Wende zeigt sich der Marktrat nun besorgt, dass sowohl der Flächenschutz als auch die Planungshoheit der Kommunen eingeschränkt werden könnten. Dies sei aber nicht zu befürchten, so Gudrun Hummel, Abteilungsleiterin der Bauverwaltung im Landratsamt Ostallgäu. Die Obergünzburger Sondergebiete stellten eine ausreichende Positivplanung dar und die Planungshoheit sei durch das Grundgesetz geschützt.

Kontrovers diskutierte der Marktrat, ob er in Zukunft neue Flächen ausweisen, bestehende erweitern oder an der bisherigen Planung festhalten solle. Florian Ullinger, Xaver Rietzler, Reinhard Kiechle und Max Schwarzer schlossen neue Flächen nicht grundsätzlich aus, weil der Landverbrauch durch Biomasseanbau weitaus größer ausfallen würde. Herbert Heisler und Brigitte Helchenberg-Mayer wollten vor allem den Gewinn bei der Kommune halten. Bürgermeister Leveringhaus sah trotz breitem Konsens für die Windenergie noch großen Gesprächsbedarf. Insbesondere müssten die Bürger beteiligt werden, um einen Kompromiss zwischen den Gegenpolen Energiegewinnung und Landschaftsbild zu finden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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