Arbeitsmarkt
Nur «ein kleines Sommerloch» auf dem Ostallgäuer Arbeitsmarkt

683 Menschen waren im mittleren Ostallgäu im August ohne Job: 140 weniger als im August des Vorjahres und 60 mehr als im Juli. Damit ist die Arbeitslosigkeit jahreszeitlich bedingt nur leicht nach oben gegangen. Erika Weber, Leiterin der Marktoberdorfer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, spricht denn auch von einem «kleinen Sommerloch».

Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 2,7 Prozent (Juli: 2,4). Für den Anstieg macht Erika Weber das Ende des Ausbildungsjahres verantwortlich. Obwohl << sehr viele >> der jungen Menschen von 15 bis 25 Jahren nach dem Ende ihrer Lehre Übernahmeangebote von den jeweiligen Arbeitgebern hätten, << wollen sich etliche umorientieren >>, so Weber. Das heißt, sie gehen jetzt beispielsweise weiter auf die Schule.

Erfreulich findet die Geschäftsstellenleiterin der Agentur die im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserten Zahlen: << 140 Arbeitslose weniger. Das ist eine richtig große Zahl >>, sagt sie. Ähnlich positiv sei der beachtliche Anstieg der offenen Stellen. Insgesamt sind es 177 - 68 mehr als im August 2010 und acht mehr als im Juli. Vom guten Arbeitsmarkt profitiere vor allem die Generation << 50 plus >>.

Im August waren nur 201 Menschen zwischen 50 und 64 Jahren erwerbslos. Im August 2010 waren es noch 241.

Saisonkurzarbeitergeld nutzen

Kritisch sieht Weber nur, dass noch nicht alle Betriebe im Bauhauptgewerbe sowie bei den Dachdeckern, Gerüst-, Garten- und Landschaftsbauern die Möglichkeiten des Saisonkurzarbeitergeldes nutzten. << Die Betriebe sollten zu uns kommen anstatt vorübergehend Leute auszustellen >>, sagt sie.

Bereits jetzt meldeten sich Arbeitnehmer der genannten Branchen vorübergehend arbeitssuchend. Das sowie das Arbeitslos-Melden im Dezember und Januar könnten sich die Betroffenen mithilfe des Saisonkurzarbeitergeldes sparen. << Und die Arbeitgeber haben direkten Zugriff auf ihr Personal, wenn sich das Wetter im Winter mal bessert >>, so Weber.

Erfreulich findet sie zum Start des Lehrjahres auch die Lage am Ausbildungsmarkt: 88 noch unbesetzten Lehrstellen stehen nur noch 51 unversorgte Bewerber gegenüber. Dazu kommen 81 offene Lehrstellen im Raum Füssen, 149 im Raum Kaufbeuren und 134 im (gerade für Bewerber aus dem Günztal interessanten) Raum Kempten.

Den 51 noch unversorgten Bewerbern rät Weber, nicht in Panik zu verfallen: << Oft kein Problem >> sei der Einstieg in eine Lehre erst im November. Ausbildungssuchenden empfiehlt sie, flexibel zu sein und auch nach verwandten Berufen Ausschau zu halten. Sie verweist auf den << tollen Branchenmix >> und breit aufgestellten Arbeitsmarkt im Raum Marktoberdorf, der Jugendlichen viel Auswahl biete.

Gerade in Bau und Handwerk gebe es in der Region viele Lehrstellen, ebenso (Richtung Süden) in der Gastronomie und speziell in und um Marktoberdorf in der Industrie: << Tolle Betriebe mit einer Größe von etwa 100 Mitarbeitern haben wir hier etliche sitzen >>, so Weber. Außerdem gebe es Alternativen zur klassischen Lehre: << Jugendliche können sich jederzeit bei der Agentur für Arbeit melden. >>

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