Rettung
Noch keine neuen Notärzte für Marktoberdorf gefunden

'Wir beobachten die Situation, schauen uns die Daten an und werden sie zu einem festgesetzten Termin bewerten.' Der Leiter der Rettungsleitstelle in Kempten, Marco Arhelger, bestätigt, dass sehr wohl kontrolliert wird, ob der Raum Marktoberdorf für Notfälle gerüstet ist. Im Einsatz ist von Marktoberdorf aus nach wie vor ein Rettungswagen mit Rettungsassistenten und ein Notarztfahrzeug. Darüber hinaus steht tagsüber ein Fahrzeug für Krankentransporte zur Verfügung, das aber nicht bei akuten Notfällen eingesetzt wird.

Diese Ausstattung, so sagt der stellvertretende Leiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), Stephan Rudolph, sei nach derzeitigen Erkenntnissen ausreichend. Angespannt bleibt laut Notärzte-Obmann Dr. Christoph Nowak die Lage in der Notarztversorgung.

Weiterhin nur acht Ärzte müssen sich die Dienste in ihrer Freizeit im Raum Marktoberdorf teilen: 'Es kommt immer wieder zu Lücken im Dienstplan, die zwar geschlossen werden können, aber nur mit großer Mühe', so Nowak. Tagsüber bis 16 Uhr übernimmt von Montag bis Freitag das Ambulante Operationszentrum am Krankenhaus den Notarztdienst.

Das Gebiet des Zweckverbandes ZRF erstreckt sich aufs Ober- und Ostallgäu, die Städte Kaufbeuren und Kempten und den Kreis Lindau. Wenn das Marktoberdorfer Rettungsfahrzeug im Einsatz ist, so Rudolph, könne auf andere aus dem Gebiet des Zweckverbandes zurückgegriffen werden. 'Der Rettungsdienst kennt keine kommunalen Grenzen'.

Ob der Rettungsdienst ausreichend ausgestattet sei, ermittle das Institut für Notfall- und Medizinmanagement. Zuletzt sei im August 2011 eine ausreichende Versorgung bestätigt worden. 'Die Notfallversorgung ist danach bei den derzeitigen Rahmenbedingungen gesichert', so Rudolph. Eine Kontrolle finde kontinuierlich statt.

'Adäquat versorgt'

Nicht bestätigen kann Rudolph die Vermutung einiger Ostallgäuer, dass Kaufbeuren wegen ausgeschöpfter Kapazitäten weniger oft als in der Vergangenheit (vor Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses) in Notfällen angefahren werden könne.

'Der Arzt entscheidet, in welche Klinik ein Patient gefahren wird', sagt Rudolph. Angesteuert werde die 'nächste geeignete Klinik'. Bei jeder Klinik könne es einmal vorkommen, dass kein Bett frei sei. Das könne verschiedene Gründe haben. Dass dies aber in Kaufbeuren besonders häufig vorkomme, könne er anhand der Daten nicht bestätigen.

Angestrebt sei, so Rudolph, dass ein Rettungsfahrzeug im Schnitt in zwölf Minuten an Ort und Stelle ist. Es gebe allerdings Umstände, unter denen dies nicht möglich sei. Bei winterlichen Straßenverhältnissen zum Beispiel, oder wenn parallel bereits ein Einsatz läuft und auf benachbarte Fahrzeuge zurückgegriffen werden müsse.

Die Kriterien im Rettungswesen seien bayernweit die gleichen. Wenn nun eine Notfallklinik schließe, könnten sich natürlich die Umstände ändern, weil dann die Fahrzeuge länger unterwegs sein können. Dies werde beobachtet.

Zwar bestätigt Nowak, dass der Rettungsdienst nun länger auf der Straße ist, 'doch im Rettungswagen ist die Versorgung top'. Am drängendsten sind schwere Notfälle wie zum Beispiel Herzinfarkt. Und bei solchen habe sich die Situation am Kaufbeurer Klinikum nicht verschärft, weil die schon länger dort angesiedelt seien.

Finanzielle Unterstützung nötig

Noch ist es nicht gelungen, das Notarztteam zu erweitern. Bei der aktuellen Bezahlung seien keine externen Notärzte zu gewinnen, sagt Nowak. Er stehe in Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die den Notarztdienst sicherstellen muss.

Die KVB habe bisher nur erreicht, Lücken im Dienstplan mit externen Notärzten zu besetzen. 'Aber wir brauchen mehr Notärzte im Team, mit denen wir dauerhaft rechnen können.'

Um mehr Notärzte zu bekommen, hofft er auch auf finanzielle Unterstützung der Kommunen. Gespräche haben stattgefunden, Zusagen seien aber keine gemacht worden.

Überrascht war Nowak von den hohen Kosten von 75 000 Euro für ein geplantes Notarzt-Dienstzimmer im Gulielminetti-Heim. Denkbar sei für ihn auch die Wohnung im Feuerwehrhaus. Derzeit ist für die Notärzte übergangsweise ein Zimmer im Rotkreuzhaus eingerichtet.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen