Martinsschule
Müssen die Martinskinder bald ins Schulzentrum?

Soll die renovierungsbedürftige Martinsschule saniert oder am historischen Standort neu gebaut werden? Oder soll sie auf der grünen Wiese, sprich südlich des Hallenbads neu entstehen? Darüber, wie es mit der seit über 100 Jahren in Marktoberdorf bestehenden Schule weitergeht, gibt es verschiedene Vorstellungen. Eine Variante, die kaum diskutiert wird, brachte die Regierung von Schwaben ins Spiel: Demnach könnten die Martinskinder in den Räumen der Mittelschule beschult werden.

Immerhin sei die ehemalige Hauptschule erst kürzlich frisch renoviert worden, obwohl sie langfristig Schüler verliert. Deshalb wäre dort Platz für rund 200 Grundschüler. Eva Severa-Saile, Leiterin des staatlichen Schulamts in Marktoberdorf, weiß von den Überlegungen der Bezirksregierung.

«Die Möglichkeit bestünde, die Grundschüler in Räumlichkeiten der Mittelschule zu integrieren.» Sie gibt zu bedenken, dass das auch Einfluss auf Zuschüsse für einen potenziellen Neubau hat: «Wenn ein Angebot an einem Standort vorgehalten werden kann, ist die Frage, inwiefern Fördermittel für einen anderen fließen.» Zugleich betont Severa-Saile aber auch, dass das Schulamt keine «Lösung Light» will. Was gemacht werde, sei Entscheidung der Mandatsträger, sprich des Stadtrats. Beliebt scheint die Idee, dass die Martinsschule Teil der Mittelschule wird, bei diesen jedoch nicht zu sein (weitere Artikel).

Auch Bürgermeister Werner Himmer hält die Idee für unrealisierbar, aus pädagogischen Gründen und weil der Verkehr im Schulzentrum jetzt schon problematisch sei.

Das sagt auch Jörg Schneider, Rektor der Martinsschule: Mindestens 110 seiner 266 Schüler würden zumindest gelegentlich mit dem Auto zur Schule gefahren. Diese würden die Verkehrsproblematik im Schulzentrum verschärfen.

Über 800 Schüler

«Und ein selbstständiges Bewältigen des Schulweges wäre für die sechs- bis zehnjährigen Grundschulkinder dort nahezu unmöglich.» Daneben verweist der Rektor auf den steigenden Platzbedarf für Ganztagsklassen, Hort oder Schulsozialarbeit. Zudem befürchtet Schneider soziale Probleme durch die Häufung von über 800 Schülern «unterschiedlichster Altersstruktur».

Er und sein Lehrerkollegium lehnten deshalb die dauerhafte Unterbringung ihrer Schule im Gebäudekomplex der Mittelschule ab. Friedrich Pfanzelt, Leiter der Adalbert-Stifter-Grundschule, will sich zur Standortfrage nicht konkret äußern - obwohl seine Schule (rund 20000 Quadratmeter Fläche, 230 Schüler) von einer Verkleinerung der Martinsschule (rund 7500 m2) profitieren würde. Auch er findet es aber nicht gut, wenn zu viele Schüler an einem Ort konzentriert sind.

Der Stadtrat entscheidet über die Zukunft der Martinsschule voraussichtlich im Februar. Zuvor kommen am 10. Januar die Fraktionsspitzen mit den betroffenen Schulvertretern zusammen. In der Sitzung werden auch die Ergebnisse eines Standort-Gutachtens vorgestellt, das das Kaufbeurer Architekturbüro Dobler Consult erstellt hat.

Bürgermeister Himmers persönlicher Meinung nach läuft aber alles auf einen Erhalt des bestehenden Standorts hinaus, «durch Generalsanierung oder Neubau». Er argumentiert mit der Belebung, die die Stadt durch die Schule erfährt sowie mit ihrer historischen Bedeutung. Einen Schulstandort in der Peripherie hält er nicht für glücklich.

Dieser Ansicht ist übrigens auch die Lenkungsgruppe «Mitten in Marktoberdorf». Und auch das Dobler-Gutachten favorisiert offenbar den Erhalt des Standorts.

Zum Thema «Zukunft der Martinsschule» plant unsere Zeitung Anfang Februar eine Mobile Redaktion, bei der Bürger und Experten zu Wort kommen.

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