Kammerkonzert
Mozart, Gluck und Zeitgenössisches in Marktoberdorf

Im Abstand eines Tages und weniger Meter gab es auf dem 'Mount Music' von Marktoberdorf – dem Schlossberg – zwei Konzerte, die durchaus in einen Zusammenhang gestellt werden können: Erst zeigten drei angehende Schulmusiker in St. Martin, was sich alles erreichen lässt (wir berichteten), und einen Tag darauf wurde beim Kammerkonzert der Musikschule Marktoberdorf anschaulich vorgeführt, wie der Weg dahin aussehen könnte.

Ganze Arbeit geleistet

Um Kammermusik aktiv genießen zu können, muss man sein Instrument einigermaßen beherrschen und im Zusammenspiel geschult sein. Da ist von den Lehrkräften und ihren Schützlingen ganze Arbeit geleistet worden; allenfalls minimale Wackler passierten, die aber gekonnt ausgeglichen wurden. Zu Beginn zeigten vier Violinen bei 'Le Retour' von Ch. Dancla deutlich mehr als nur Stehvermögen. Zwei Querflöten spielten bei einem wiegenden Trio von H. Berlioz mit einer Harfe zusammen. Ein Konzertsatz von C. Stamitz wurde von den beiden Klarinetten sogar mit einer gemeinsamen Kadenz versehen. Mozart hätte sich wohl schwer entscheiden können, ob ihm beim Allegro eines seiner Divertimentos die beiden Oboen oder das Violoncello mehr gefallen hätten.

Mit Glucks 'Reigen seliger Geister' beendeten vier Querflöten samt Cello den klassisch gehaltenen ersten Teil.

Danach wurden 'beswingtere' Saiten aufgezogen, allerdings von den Blechbläsern. Joplins 'The Entertainer' hätte wohl auch in der Bearbeitung für zwei Baritons und Euphonium seine Zeitgenossen zum Tanzen animiert. McFerrins Devise 'Don’t worry, be happy' wurde von vier Saxofonen glaubwürdig umgesetzt. Bei der Ballade 'Keep cool' von J. Naulais strafte die ausdrucksvoll geblasene Soloposaune den Titel Lügen, ihre sechs Begleiter unterstützten sie dabei tatkräftig. Den abschließenden 'Love Song' von G. Powils trugen drei Trompeten artgemäß schmetternd und zwei Hörner samt Posaune eher schmeichelnd vor.

Unterhaltend und bunt

Damit endete eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Abendstunde. Sie lag ganz auf der Linie, welche die Arbeit einer Musikschule kennzeichnet: Nicht nur olympisch 'Dabei sein ist alles!', sondern als Steigerung 'Dran bleiben ist noch mehr!'. Dann könnte wie im eingangs dargestellten Zusammenhang der Weg auch zu einem solch gelungenen Konzert wie am Vorabend führen.

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