Klimaprogramm
Moorschutz reduziert Treibhausgase

«Von den 1,4 Millionen Euro, die im Rahmen des Klimaprogramms Bayern bislang in die Moore investiert wurden, flossen allein 880000 Euro ins Ostallgäu», sage Landrat Johann Fleschhut bei einem Spaziergang durch die Geltnachmoore südlich von Stötten.

Anlass des Spaziergangs mit Vertretern der << Allgäuer Moorallianz >> sowie Projektpartnern war die << Bayerische Klimawoche >>. Fleschhut erläuterte dabei, warum Moorschutz wichtig fürs Klima ist: Acht Prozent der Treibhausgase stammten in Bayern aus vertrockneten oder trockengelegten Mooren. Mit kaputten Mooren sei ein << Riesenausstoß >> von Kohlenstoffdioxid und Lachgas verbunden. Hingegen könne mithilfe funktionierender Moore, die Kohlenstoff binden, viel CO2 eingespart werden. Pro Hektar liege das Einsparpotenzial bei circa zehn bis 20 Tonnen pro Jahr. << Das ist bis zu dreimal so viel wie ein Mensch in Bayern produziert >>, so Fleschhut.

Anhand von Beispielen lobte Fleschhut den praktizierten Moorschutz: Im Schwindenmoos bei Stötten etwa habe << die Stadt Marktoberdorf seit 2008 als Eigentümer mustergültiges Handeln im Moor- und Klimaschutz bewiesen >>.

Als weiteres Positivbeispiel gingen Fleschhut sowie Günter Riegel und Simone Reyländer von der << Moorallianz >> auf das Heggener Filz ein. Dies ist im Besitz der Familie Nagler. Dort seien bereits sechs Hektar, im Schwindenmoos zehn Hektar entbuscht worden. Mit Geldern aus dem Klimaprogramm wurden sodann durch den Landschaftspflegeverband Ostallgäu Gräben durch Stauwehre verschlossen und Torfstiche wieder vernässt. << Allein im Schwindenmoos sind 20 Hektar wieder vernässt >>, so Reyländer.

Laut Riegel kann in einem Moor pro Jahr circa ein Millimeter Torf durch Wachstum wiedergewonnen werden. Hingegen betrage die Torfzersetzung in einem kaputten Moor pro Jahr bis zu zwei Zentimeter: << Drei bis fünf Jahre sind nötig, um wieder ein aktives Moor mit seiner Artenvielfalt herzustellen. >>

Bei dem Moorspaziergang wurde eine beweidete - und extensivierte - Niedermoorwiese im Schwindenmoor besichtigt, die der Stadt als Ausgleichsfläche für ihr Ökokonto dient. Die Beweidung der sechs Hektar besorgt Landwirt Thomas Königsberger aus Mauerstetten mit zwölf seiner 100 Gallowayrinder.

Auch dadurch, dass diese Tiere irgendwann << auf dem Teller >> als Moorrinder vermarktet werden, könne man die Öffentlichkeit für den Moorschutz begeistern, meinte Fleschhut. Sichtbare Ergebnisse des Moorschutzes bräuchten ihre Zeit: << Genau wie man CO2 nicht entschwinden sieht, sieht man Torf nicht wachsen >>, sagte er.

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