Modeon
Modeon: Dritte Oper erfüllt Erwartungen nicht

5911 Kulturinteressierte haben in der im Sommer abgelaufenen Spielzeit die städtischen Veranstaltungen im Modeon in Marktoberdorf besucht - 182 weniger als in der Saison zuvor.

Kulturamtsleiter Rupert Filser sprach im Kulturausschuss dennoch von einer "sehr zufriedenstellenden Bilanz" - Zumal die Modeonauslastung beim Grundabo mit 73 Prozent sogar gestiegen sei (Vorjahr 64 Prozent).

Dagegen sind laut Filser die Besucherzahlen beim Wahlabo mit 64 Prozent Auslastung (Vorjahr 79 Prozent) gesunken. Das und den insgesamten kleinen Rückgang gegenüber der Saison 2009/10 erklärt er mit mehreren Faktoren. 'Weit hinter den Erwartungen' ist demnach die dritte Oper zurückgeblieben, die, so Filser, 'auf Wunsch vieler Besucher' ins Programm aufgenommen worden war.

Obwohl mit Donizettis 'Liebestrank' ein populäres Stück gewählt wurde. 'Weh' täten auch die Rückgänge beim Ballett. Lediglich 518 Besucher wollten die 'Kameliendame' sehen. Bei 'Dornröschen' in der Vorsaison waren es 833.

Regelrecht mau lief in der Saison 2010/11 das Sprechtheater. Nur 203 Theaterfreunde wollten – trotz Jubiläums der deutsch-deutschen Wiedervereinigung – das als Film beliebte 'Leben der anderen' sehen (wir berichteten). Auch die Aufführungen des Schwäbischen Landestheaters blieben mit 146 Besuchern in zwei Stücken weiter hinter der Vorsaison (406 Besucher in einer Vorstellung) zurück, so Filser.

Publikumsbefragung angeregt

Doris Rößle (FW) wollte danach wissen, woher die Stadtverwaltung überhaupt den Publikumswunsch nach einer dritten Oper kenne. Zudem regte sie eine Besucherbefragung an. Letzteres stieß bei Bürgermeister Werner Himmer und den anderen Ausschussmitgliedern auf Zustimmung, da die letzte Erhebung schon eine Weile her sei.

Himmer zufolge habe der Wunsch nach einer dritten Oper, der schon seit mehreren Spielzeiten bestehe, die Stadt 'auf allen Kanälen' erreicht. Filser betonte, dass das Musiktheater nach wie vor am gefragtesten sei. Zugleich habe er festgestellt, dass moderne, unbekannte Opern, die früher aus Neugier besucht worden seien, nicht mehr gingen. 'Das ist eine Gradwanderung', so Filser. 'Schließlich können wir nicht alle paar Jahre die gleichen Opern spielen.'

Axel Maaß (Grüne) gab ihm recht: 'Wir haben ja auch einen Kulturauftrag.' Es sei wichtig, immer wieder etwas Besonderes anzubieten, sagte er und lobte Inhalt und Qualität des Modeonprogramms. Die Besucherrückgänge sieht er als nicht so dramatisch an.

Solche geringfügigen Schwankungen auf 'hohem Niveau' habe es auch in der Vergangenheit gegeben, so Maaß.

Positiv sind die Zahlen für die seit Herbst laufende Saison: Mit rund 400 Abos fürs Modeon hat die Stadt genauso viele wie in den beiden Jahren zuvor verkauft, so Filser. Mit Abos und Freiverkauf seien bereits 3500 Plätze belegt.

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