Tourismus
Marktoberdorfer Tourismus wirbt mit dem Wow-Effekt

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Einen 'Bus voller Bräute' ließ der Fernsehsender Vox in der vergangenen Woche durch das mehrfach vom Moderator angepriesene 'wunderschöne Allgäu' kutschieren. Dabei nächtigen die jungen Frauen unter anderem in Marktoberdorf. Diese Zahlen schlagen sich – wenn auch erst nächstes Jahr – in der Tourismusbilanz der Stadt nieder. Selbst ohne Bräute setzte sich 2011 der positive Trend fort: Die Übernachtungszahl stieg, ebenso die Aufenthaltsdauer. Und das trotz sinkender Ankünfte.

Einem leichten Minus von 0,15 Prozent bei den Ankünften steht ein Plus von 1,72 bei den Übernachtungen gegenüber. Betroffen vom Minus sind die gewerblichen Anbieter mit mehr als zehn Betten, während die Privaten deutlich mehr Gäste begrüßten. Die roten Zahlen bereiten Sarah Michna vom Touristikbüro und Sylvia Sterzenbach, der Vorsitzenden des Touristikvereins, keine schlaflosen Nächte, werden sie doch von den schwarzen mehr als aufgefangen.

Geschäftshotel fehlt

Allerdings liege das Gästeplus bei den Privaten nur bedingt am klassischen Urlauber, erläutern Michna und Sterzenbach. Vielmehr wichen auch Monteure verstärkt auf Privatquartiere aus. Das wiederum zeige ein Manko auf, das die Stadt habe: 'Eine Unterkunft für Monteure mit kleiner Küche oder einer Gemeinschaftsküche fehlt.

Auch ein richtiges Geschäftshotel würde Marktoberdorf gut tun.' In diesem Bereich stecke viel Potenzial. Das wünschen sich die größeren Unternehmen schon seit Jahren.

Hinter Michna und Sterzenbach liegt ein arbeitsintensives Jahr. Nachdem der Stadtrat Geld in die Hand genommen hatte, konnten über Allgäu Marketing die Themenfelder Wandern, Radfahren und Städte beackert werden. Die Beiden: 'Wir müssen erst die Infrastruktur schaffen.'

Dazu zählt auch eine 'Pauschale mit Wow-Effekt'. Das internationale Festival Musica Sacra soll das Zugpferd ein, mit dem bundesweit für Marktoberdorf geworben wird. Es schließt mehrere Übernachtungen ein, Eintritte zu drei Konzerten, ein Treffen mit den Mitwirkenden und Besuch der Jubiläumsausstellung im Künstlerhaus.

'Wir setzen auf den Kulturgenuss', sagen beide.

Ebenso komme die Gästeführerschulung gut voran. 37 Personen lassen sich zeigen, wie Urlaubern die Stadt schmackhaft gemacht werden kann, sei es in Form einer Stadt- oder einer Themenführung.

Ein weiterer Magnet soll nach nach den Vorstellungen der beiden Touristikexpertinnen die 'Königscard' sein, die den Inhabern vieles kostenlos ermöglicht, von Bergbahn bis Schifffahrt. Auch Marktoberdorf möge da nicht fehlen, hoffen sie, und beziehen in diesen Wunsch Gewerbetreibende und andere mit ein – denn warum sollten auswärtige Urlauber aufgrund des Angebots nicht auch nach Marktoberdorf fahren?

Auf vier Säulen

Die Themenfelder und die 'Königscard' sind zwei Projekte, die den Tourismus in der Stadt weiter voranbringen sollen. Die Präsentation der Urlaubsmöglichkeiten im Internet und die traditionelle Information mittels Faltblättern oder Prospekten sind zwei weitere.

Kurzum: 'Wir wollen unseren Gästen ein stimmiges Angebot liefern.' Mit diesem Ziel vor Augen, da sind sie sich sicher, werden die kleinen roten Zahlen in absehbarer Zeit grün. Dann sollten die Urlauber auch länger verweilen als bisher im Schnitt nur 2,9 Tage.

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