Tafel
Marktoberdorfer Tafel hat bis zu 180 Personen pro Woche versorgt

Fünf Jahre sei eigentlich keine wirklich lange Zeit. In diesem Fall jedoch sei in den vergangenen fünf Jahren viel geschehen, blickte der Vorsitzende der Caritas Ostallgäu, Dietmar Hollmann, im Kreise der Mitwirkenden zurück. Denn zahlreichen Menschen sei durch die Marktoberdorfer Tafel geholfen worden. Dass eine derartige Einrichtung in einem wohlhabenden Land wie Deutschland überhaupt nötig ist, sei traurig, erklärte Caritasdirektor Pfarrer Andreas Magg. So sei auch die Marktoberdorfer Tafel ein politisches Zeichen, «ein Mahnmal dafür, dass es um die Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft nicht gut bestellt ist».

Das zeigte sich auch im kurzen Rückblick von Franz Gast, Kreisgeschäftsführer der Caritas, die die Tafel betreibt. Als sie im Januar 2006 zum ersten Mal im Jugendheim der evangelischen Pfarrgemeinde öffnete, waren Angehörige aus 28 Familien gekommen, die für 73 Personen gespendete Lebensmittel abholten. «Wir waren erleichtert und voller Zufriedenheit, anderen geholfen zu haben.» Der provisorische Zustand war sieben Monate später mit dem Umzug in die Schützenstraße beendet, wo die Tafel seitdem zu finden ist. Das Warenangebot wuchs, aber auch, was Gast bedauerte, die Zahl derjenigen, die auf diese Art der Hilfe angewiesen sind. «In Spitzenzeiten haben wir pro Woche 181 Personen versorgt.

» Etliche dieser Kunden gingen nun in die neue Füssener Tafel, dafür suchten immer mehr Bedürftige aus dem Günztal donnerstags die Marktoberdorfer Tafel auf. Allein in der vergangenen Woche wurden Speisen für 160 Personen abgeholt.

Ein besonderes «Vergelts Gott»

Verteilt werden die Lebensmittel von insgesamt 60 Personen in fünf Teams, die alle ehrenamtlich und ohne finanzielle Zuwendung arbeiten. Ihnen gebühre ein besonderes «Vergelts Gott», dankten alle Redner. Im Laufe der Jahre habe sich ein gut funktionierendes Hilfsnetz entwickelt, was nicht zuletzt ein Verdienst von Jutta Zimmermann-Cheeseman gewesen sei, lobte Gast. Sie wurde an diesem Abend verabschiedet, weil sie die Leitung aus beruflichen Gründen abgibt. Ferner wurde «als letzter Zivi der Marktoberdorfer Caritas» Fabian Metterlein verabschiedet.

Bürgermeister Werner Himmer würdigte das Engagement der Helfer ebenso: «Sie leben das Ehrenamt», sagte er. Auch anderen blieb dieser Einsatz nicht verborgen. So sponserten Marktoberdorfer Firmen Essen und Trinken für diesen Dankeschönabend.

Das, was die Helfer der Tafel Woche für Woche leisteten, sei auch als Gottesdienst zu verstehen, unterstrich Pfarrer Magg. Die Solidarisierung mit dem Armen, damit der genügend hat, um selbstbestimmt leben zu können, sei schon im Alten Testament beschrieben und immer noch hochmodern. Der Dienst in der Tafel bedeute, «die Würde der armen Menschen wahrzunehmen, sie zu respektieren und die Betroffenen nicht in eine Schublade zu stecken».

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