Vertragsende
Marktoberdorfer Genossenschaft entschließt sich zu Eigenproduktion von Fernwärme

Die derzeit 21 Abnehmer von Fernwärme der Fernwärmegenossenschaft Marktoberdorf brauchen sich keine Sorgen zu machen: Auch wenn sich im technischen Bereich ab 1. April einiges ändert, werden sie ihre Wärme in gewohntem Umfang bekommen. Allerdings nicht mehr aus der Futtertrocknung Ruderatshofen, die nach der Insolvenz im Februar 2011 an die Firma 'Brennpunkt Energie' (Tochterunternehmen des Bauunternehmens Hubert Schmid) verkauft wurde. Denn der Abnahmevertrag, der zum 31. März ausläuft, wurde nicht verlängert.

Wie Vertreter der Fernwärmegenossenschaft bei einem Pressegespräch erläuterten, sei ein vorliegendes Angebot von 'Brennpunkt Energie' aus wirtschaftlicher Sicht nicht akzeptabel gewesen. Daher erzeugt die Genossenschaft nun selbst mit Hilfe mehrerer dezentraler Anlagen Strom und Wärme: Zu 70 Prozent aus erneuerbaren Energien, wie es hieß. Dieser Anteil soll jedoch ausgebaut werden.

An Preiszusagen gebunden

Die Genossenschaft sei ihrerseits bei ihren Abnehmern an Preiszusagen bis 2019 gebunden, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Bürgermeister Werner Himmer. Der Preis für die Fernwärme sei an die Holz- und Gaspreisentwicklung gekoppelt. Eine Erhöhung sei also nicht ohne Weiteres möglich und mit dem letzten Angebot von 'Brennpunkt Energie' für die Genossenschaft nicht wirtschaftlich.

Wie Hubert Schmid, Inhaber des gleichnamigen Bauunternehmens, kurz nach dem Pressegespräch erläuterte, hätten mit ihm keine Gespräche stattgefunden, nachdem die Firma das Angebot abgegeben hatte. Neu war ihm auch, dass der Vertrag nach dem 31. März hinaus nicht erneuert werden soll. Deshalb, so Schmid, könne er dazu auch nicht mehr sagen.

Laut Himmer hat inzwischen ein Gespräch stattgefunden. Allerdings war Schmid gestern dazu für unsere Zeitung telefonisch nicht zu erreichen. Einstimmig zugestimmt, so Himmer, hat den neuen Plänen der Genossenschaft – die Stadt ist darin Haupteigner – bereits der Marktoberdorfer Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung.

Dabei werden ab 1. April bestehende Anlagen in städtischen Einrichtungen genutzt, die der Kraft-Wärme-Kopplung dienen, wie Stadtbaumeister Peter Münsch erläuterte. Gleichzeitig sollen neue eingebaut werden. Ziel der Genossenschaft sei, die Versorgung mit Fernwärme nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sogar weiter auszubauen.

Der Anteil an regenerativer Energie soll laut Münsch im Laufe der Jahre erhöht werden, wenn zum Beispiel einer der zwei gasbetriebenen Heizkessel – in der Mittelschule – in einigen Jahren altersbedingt ersetzt werden muss und dann auf Pellets umgerüstet wird.

Wärme und Strom

Ein entscheidender Grund bei der einstimmigen Entscheidung im Stadtrat sei gewesen, dass die Genossenschaft neben der Wärme nun auch den Strom selbst gewinnt, sagte Axel Maaß, Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Die erzeugte Wärme fließe zu 100 Prozent in die Fernwärme, deren Leitungsnetz sich über 3,7 Kilometer erstreckt. Der Strom fließe in die stadteigenen Gebäude, der Überschuss ins Netz. Der werde vergütet.

Der Genossenschaftsbeauftragte Carl Singer erinnert daran, dass mit dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) Ziel sei, bis zum Jahr 2020 ein Viertel der Energie aus Kraftwärmekopplung zu gewinnen. Damit sei Marktoberdorf mit den Neuerungen ab 1. April auf einem zukunftsfähigen Weg.

Ein Infogespräch für die Fernwärmeabnehmer findet laut Himmer am 17. April statt.

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