Rotary Club
Marktoberdorfer finanzieren Hospital für Aids-Kranke in Tansania

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Der eine ist Mediziner, der andere Ingenieur, der dritte Banker. Diese drei Berufe stellten die ideale Kombination dar, als der Marktoberdorfer Rotary Club 2009 ein Projekt für Aids-Kranke in Tansania startete. Im Auftrag der Rotarier reisten der Arzt Dr. Joachim Klasen, der Finanzexperte Peter Herfert und der technisch versierte Reimund Stanik in den Osten Afrikas. Ihr Club hatte ihnen die Vollmacht erteilt, in Itete den Bau einer neuen Station zur Behandlung von Aids-Patienten zuzusagen, falls sie das Projekt für sinnvoll erachten. Und noch in Afrika wurden die Formalitäten auf den Weg gebracht.

Hier kommt Carina Dinkel ins Spiel, die Frau des neuen evangelischen Pfarrers von Marktoberdorf. Sie arbeitete früher als Chirurgin bei den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, wo Klasen Anästhesie-Chef ist. Als sie mit ihrem Mann nach Afrika ging, blieb der Kontakt bestehen.

2010 fuhren Herfert, Klasen und Stanik auf eigene Kosten erstmals nach Tansania, um das Projekt zu erkunden. Schon die Anreise war ein Abenteuer: Nach dem Flug ging es 1000 Kilometer auf Dschungelpisten nach Itete.

Klasen ist noch immer von der 'extremen Gastfreundschaft' der Dinkels beeindruckt, die die Besucher mit dem Auto abholten – zwei Tage Hinfahrt, zwei zurück. Aids, so der Mediziner, sei in Ostafrika ein 'relevantes Problem'.

In der Region Itete mit 40 000 Einwohnern gebe es 4000 HIV-Infizierte. Doch häufig fehlen Hilfsangebote.

Am evangelischen Krankenhaus von Itete fand Klasen 'extremst einfache Standards' vor. So sei man froh, wenn man überhaupt Strom im OP hat. Bei Hitze wird bei offenem Fenster operiert. Die Station sei aber wichtige Anlaufstelle bei Geburten und Knochenbrücken, bei Infekten und chirurgischen Notfällen: Das nächste Krankenhaus ist fünf Stunden entfernt.

Gebäude auf vorhandenem Fundament aufgebaut

Bereits vor einigen Jahren war auch mit dem Bau einer Aids-Station begonnen werden. Doch aus Geldmangel wurde das Gebäude nie fertig. Um diesen Zustand zu beenden, brauchte es Geld und zuverlässige Partner. Denn ein Hauptproblem in Afrika ist die Korruption.

Partner wurden die Dinkels und mit Hilfe Herferts wurde sichergestellt, dass das Geld wirklich an die richtige Stelle kommt. Herfert erlebte dabei einige Überraschungen: Um ein Konto zu eröffnen, braucht man in Tansania einen zweiten Vornamen.

Der fehlte Carina Dinkel. Eine in Afrika neu ausgestellte Geburtsurkunde half weiter und so war ein Weg für Überweisungen gefunden.

Nachdem Ingenieur Stanik auch die Baupläne überarbeitet hatte und der Zeitplan zum Bau fixiert war, kam es zur Vertragsunterzeichnung zwischen dem Hospital und dem Rotary Club Marktoberdorf.

Doch damit war für die Rotarier das Projekt nicht abgehakt. Im Frühjahr dieses Jahres machten sich Klasen und Herfert erneut auf den Weg. Viel Prominenz und die Stammesältesten hatten ihre Teilnahme bei der Einweihung der Station zugesagt.

Da durften die Allgäuer nicht fehlen. 'Das war als Zeichen der Wertschätzung ganz wichtig', erklärt Herfert, beeindruckt vom Festakt. 'Das waren sehr bewegende Momente', erinnert sich Klasen an den Chor der HIV-Patienten.

Klasen ist sich sicher, dass die 15 000 Euro Baukosten gut investiert sind. Zum einen hält Familie Dinkel Kontakt nach Afrika, zum anderen wurde die Aids-Station vom Staat anerkannt.

Damit ist die Kostenübernahme für Medikamente dauerhaft gesichert. Und der Bedarf ist gegeben: Inzwischen sei die Zahl der Patienten auf rund 100 pro Tag gestiegen. Zudem biete der Neubau endlich auch Platz für vorbeugende Aufklärungsarbeit.

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