Energie
Marktoberdorf will Klimaschutz auf breite Schultern stellen

Ein kommunales Windrad könnte zumindest rein optisch ein Leuchtturmprojekt für die Stadt Marktoberdorf werden. Die Planungen dafür sind in groben Zügen angelaufen. Bei der Standortfrage 'sind wir schon weiter vorangeschritten', erklärte Bürgermeister Werner Himmer auf Nachfrage von Gerhard Küster (Grüne) im Umweltausschuss. Auf Genaueres wollte er sich nicht einlassen.

Bürger mit ins Boot holen

Mit einer solchen Anlage, in welcher Gesellschaftsform auch immer sie betrieben wird, hätte die Stadt zumindest ein Ziel erreicht: Sie hätte ähnlich wie bei den Bürgergesellschaften für Fotovoltaik und Fernwärme die Marktoberdorfer mit ins Boot geholt. Denn dies sei die Grundvoraussetzung, um das Klimaschutzkonzept der Kommune überhaupt umsetzen zu können, betonte Richard Siegert vom Stadtbauamt im Ausschuss.

65 Prozent Zuschuss zu erwarten

Wichtigstes Ziel sei, den Energieverbrauch und den Ausstoß von CO2 zu senken. Längerfristig sei dies nur durch Steigerung der Energieeffizienz, den Einsatz von zweckmäßigen Energiesparmodellen und die optimale Nutzung von erneuerbaren Energien zu schaffen. Dazu entwickelte Siegert Vorschläge für die weitere Vorgehensweise.

Aus dem individuell auf die Stadt zugeschnittenen Konzept heraus ergibt sich die Strategie, wie die Ziele erreicht werden. Hintergrund sind die Vorgaben von Bund und Landkreis zum Klimaschutz.

Das Konzept für Marktoberdorf fußt auf zehn Punkten in vier Bereichen. Dazu zählen der Verkehr, die Gebäudewirtschaft, die Energiewirtschaft und die Einbindung der Bevölkerung. Zunächst bedarf es laut Siegert einer Ist-Analyse, aus der sich die Potenzial-Analyse ergebe. In Folge dessen soll es eine Klimaschutzkonferenz als Ideensammlung und – nach Auswertung und Machbarkeitsanalyse – eine zweite als Ergebnisbericht geben. In einem weiteren Schritt soll über die Umsetzung beraten werden. Doch Konzepte, stellte Siegert klar, seien nur dann sinnvoll, wenn deren Ergebnis längerfristig überprüft wird.

Die Kosten, um ein solches Konzept aufzustellen, bezifferte er mit 80 000 Euro. Davon werden jedoch 65 Prozent aus dem Topf des Bundesumweltministeriums gefördert, falls die Stadt möglichst bald einen Antrag stellt. Unter dem Strich blieben für die Stadt etwa 30 000 Euro.

Antrag auf jeden Fall stellen

Sofern die Zuschüsse fließen, könnte Mitte nächsten Jahres mit dem Aufstellen des Konzepts begonnen werden. Bis zu dessen Fertigstellung vergingen dann nochmals bis zu zwei Jahre. Sollte der Zuschussantrag abgelehnt werden, müsse der Ausschuss darüber diskutieren, ob er das Projekt selbst schultert, erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch. Zum Aufstellen des Konzepts, verdeutlichte Himmer, sei ein externes Büro nötig. Ob später weiteres Personal gebraucht werde oder Siegert diese Arbeit zusätzlich leisten könne, sei bisher nicht diskutiert worden.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, den Antrag zu stellen und das weitere Vorgehen von dessen Genehmigung abhängig zu machen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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