Parkdeck
Marktoberdorf plant Stellplätze gemeinsam mit Modehaus Martin

Wer ein Geschäft erweitern will, muss seinen Kunden auch mehr Parkraum für Autos anbieten. Das sorgt im Zentrum für Probleme. Und auch die Stadt kommt immer wieder in die Bredouille, dass den Autofahrern das Parkplatzangebot nicht reicht, aber neue Flächen fehlen.

Im Zuge der Stadtentwicklung zeichnet sich eine ungewöhnliche Lösung ab: Das Modehaus Martin überlegt, im Vorfeld einer Erweiterung der Geschäftsräume gemeinsam mit der Stadt ein Parkdeck im Innenbereich des Quartiers zwischen Kaufbeurener und Kurfürstenstraße zu errichten. Ein Projekt, von dem beide Seiten profitieren könnten und das im Stadtrat einstimmig Gefallen fand.

Seit rund eineinhalb Jahren überlegt Xaver Martin jun., sein Modehaus zu vergrößern. Es gibt mehrere Optionen, erklärt er: eine Erweiterung innerhalb des Gebäudes an der Rauhkreuzung oder einen Anbau. Ehe er den Umbau plant, muss aber die Stellplatzfrage geklärt sein.

Hier kommt das laufende Verfahren der Stadtentwicklung ins Spiel. Bereits im vergangenen Jahr fanden erste Gespräche mit den Anwohnern des Quartiers statt, und die Idee eines gemeinsamen Parkdecks wurde geboren. Im Stadtrat legte Stefan Lehmann vom Architekturbüro Schirmer nun verschiedene Entwürfe für eine Parkpalette vor. Möglich ist es, 60 bis 80 Autostellplätze unterzubringen. Die zweigeschossige Anlage könnte eine halbe Etage tief im Boden verschwinden. Möglich ist auch ein begrüntes Dach - zur optischen Aufwertung und zum Emissionsschutz der Anwohner.

Die Kosten bezifferte Stadtbaumeister Peter Münsch auf rund 1 Million Euro.

Wichtig für ganze Innenstadt

Laut Münsch gibt es derzeit in diesem Bereich nur 22 öffentliche Parkplätze. Künftig könnten es mehr als dreimal so viele sein. Dies habe Bedeutung für die gesamte Innenstadt. Denn durch weitere Bauvorhaben, beispielsweise auf dem Stocker-Areal (zwischen Meichelbeck- und Eberle-Kögl-Straße), gingen weitere Stellplätze verloren. Münsch schlug vor, die Planung des Parkdecks solle die Stadt übernehmen und sich die Baukosten mit dem privaten Investor teilen - je nach Anzahl der Modehaus-Parkplätze. Laut Münsch hätte es wenig Sinn, wenn Mode Martin die Parkplätze ablösen würde, da dadurch keine neuen Flächen zum Parken entstehen. Zudem solle die Stadt die Bewirtschaftung übernehmen, da die Parküberwachung Dauerparker verhindern könne.

Diese grundsätzliche Linie fand im Stadtrat Zustimmung. Zusätzlich regten die Stadträte an, unbedingt eine Zufahrt von der Kaufbeurener Straße aus vorzusehen. Da im Sitzungssaal noch die Vertreter der Regierung von Schwaben waren, richtete Ulrike Sigfrid (CSU) an diese gleich die Frage nach der Förderfähigkeit. Eine Festlegung gab es zwar noch nicht, Sachgebietsleiter Wilhelm Hofmann sieht aber durchaus Chancen, wenn das Projekt in ein Gesamtkonzept für den ruhenden Verkehr in Marktoberdorf eingebunden ist. Wolfgang Schmid (FW) und Eduard Gapp (CSU) schlugen vor, auch einen Schulsportplatz auf dem begrünten Parkdeck in die Überlegungen einzubeziehen.

Neue Parkplätze statt Ablöse, das ist auch in Xaver Martins Sinn. Den Kunden seines Modehauses möchte er nämlich attraktive Stellplätze, ebenerdig und möglichst nahe am Geschäft, anbieten. Wenn die Details für das Parkdeck stehen, so Martin, könne er endlich die Planungen für seine Erweiterung konkretisieren. Dann werde sich zeigen, ob er in einem Schritt vergrößert oder in mehreren Abschnitten.

Stadtbaumeister Peter Münsch nannte eine Schätzung, wie sehr sich das Gebiet um die Rauhkreuzung derzeit entwickelt: Nach dem Neth-Neubau (Bäckerei Druckmiller und Metzgerei Hierhammer) steht noch der Bau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Stocker-Gelände (ehemals Gasthof Mohren) an. Zudem entsteht auf dem Kuhn-Anwesen eine Anlage für Mehrgenerationenwohnen. Alles in allem, so Münsch, dürften innerhalb weniger Jahre acht bis zehn Millionen Euro in diesem Viertel investiert werden.

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