Schlepperfabrik
Marktoberdorf ist Standort mit Leidenschaft für die besten Traktoren von Fendt

Nach den Krisenjahren 2009 und 2010 sieht sich die Traktorenschmiede Fendt kräftig auf Wachstumskurs. Diese Botschaft ging von der AGCO/Fendt-Pressekonferenz in Marktoberdorf aus, zu der 150 Journalisten aus 27 Ländern gekommen waren. 15000 Stück nannte Fendt-Geschäftsführer Peter J. Paffen als Ziel bis Jahresende - nach 12584 im Vorjahr. Fast die ganze Produktion sei verkauft, heißt es im Unternehmen. Der einzige Grund, warum man unter dem Rekord von 2008 (15428 Schlepper) bleiben dürfte, sind Probleme von Zulieferern, selbst Kleinteile zu liefern, so AGCO-Präsident Martin Richenhagen.

Wer jetzt einen Fendt-Schlepper bestellt, kann erst im November sein neues Dieselross abholen. So voll sind die Auftragsbücher. Schon bald soll die gesamte Jahresproduktion vorbestellt sein. Dies dürfte einen Umsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro bedeuten - mehr als im Rekordjahr 2008. Denn derzeit liegen größere Maschinen im Trend.

Die Erholung der Landwirtschaft und die steigende Nachfrage nach Traktoren will Fendt nutzen, um seine Marktanteile auszubauen. In West- und Mitteleuropa sind - nach 7,7 Prozent im Jahr 2010 - nun 8,0 Prozent angepeilt. Im deutschen Markt, wo 4726 von 12584 Fendt-Traktoren (2010) verkauft wurden, war Fendt mit 20,5 Prozent (ab 51 PS) Marktführer.

Viel Potenzial sieht Richenhagen in Osteuropa: << Ich glaube, dass Russland in Zukunft ein sehr guter Markt für uns sein wird. Der russische Landwirt, der was auf sich hält, fährt Fendt. >> Ihm liefere man perfekte Technik für Großbetriebe. Um sich zu behaupten, werde Fendt nach der Krise den Markt noch wachsamer beobachten, kündigte Paffen an. Zudem wolle man Technologieführer bleiben. Aktuell stellte Entwicklungschef Dr. Heribert Reiter dazu die neue 700er Baureihe vor. In den nächsten Jahren sollen im Entwicklungszentrum in Marktoberdorf zusätzliche 120 Ingenieure einen Arbeitsplatz finden. Im laufenden Jahr stellt AGCO 49 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung bereit, so Paffen.

60000 Quadratmeter in neuer Endmontagehalle

Wie die Manager erklärten, sichern die Investitionen langfristig Arbeitsplätze in der Region. Fendt hat dafür heuer ein Budget von 115 Millionen Euro, davon 67 Millionen für die neuen Werke. In Marktoberdorf werden - wie berichtet - auf mehrere Jahre 139 Millionen Euro für die Fertigung und die nun im Bau befindlichen Montagehallen (60000 Quadratmeter) ausgegeben, in Bäumenheim (25000 Quadratmeter) lässt man sich eine neue Kabinenfertigung 33 Millionen kosten. Mittlerweile bedauert man sogar, dass der Baubeginn für die Montagehalle in der Krise verschoben wurde. Nun soll die Anlage ab September 2012 die steigende Nachfrage bedienen.

Produktionsgeschäftsführer Hubertus Köhne stellte die Bedeutung der Belegschaft hierfür heraus. In Marktoberdorf gebe es nicht nur die neuesten technischen Entwicklungen, sondern auch qualifiziertes Produktionspersonal. Die Fendt-Mannschaft besitze die << Leidenschaft, die besten Traktoren produzieren >> zu wollen. Zudem sei dies der einzige Schlepperstandort weltweit, der die gesamte Palette abdecke.

Paffen prognostizierte, dass das neue Werk, das für << 20000 plus X Traktoren >> ausgelegt ist, << sehr schnell an seine Leistungsgrenze >> kommt: << 20000 Traktoren sind nur ein Etappenziel. >> Bei der Frage, ob dies auch neue Arbeitsplätze bringe, hält sich das Management bedeckt. Ziel sei derzeit mit gleichem Team 40 Prozent höhere Stückzahlen zu produzieren. >>Wirtschaft

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