Jubiläum
Lkw von Obergünzburger Firma hat 3 Millionen Kilometer auf dem Tacho

Über drei Millionen Kilometer hat er seinen Fahrer kreuz und quer durch die Lande kutschiert. Ende September ist nun Schluss mit großer Fahrt für den Scania 412. Der Lkw feierte vor kurzem 25. Geburtstag. Für den Obergünzburger Fuhrunternehmer Peter Zollikofer der Zeitpunkt, Abschied zu nehmen. «Ich bekomme immer mehr Probleme, Ersatzteile aufzutreiben», sagt der 61-jährige Zollikofer. Und größere Investitionen lohnten sich nicht mehr. Deshalb schließt Zollikofer zum Monatsende auch seine Ein-Mann-Spedition.

Damit geht nach 90 Jahren eine Familientradition zu Ende. Zollikofers Vater Xaver Zollikofer führte die Spedition ab 1945. Dessen Onkel Anton Altstetter senior hatte die Firma 1920 gegründet. Sein Nachfolger, Sohn Anton Altstetter junior, starb im Zweiten Weltkrieg in Russland, sodass Xaver Zollikofer übernahm. 1975 übergab er an einen gelernten Speditionskaufmann, seinen Sohn Peter.

Peter Zollikofer freut sich jetzt auf mehr Freizeit: << Ich musste jede Nacht durchfahren, das war aufreibend. >> Er lieferte lange Jahre Kaffeesahne der Firma Saliter von Obergünzburg nach Norddeutschland, Holland und Belgien. Auf dem Rückweg lud er in den Seehäfen Hamburg, Antwerpen oder Bremerhaven grüne Bananen auf. Die fuhr er dann ins Allgäu: zu Obstreifern in Kaufbeuren, Lindau und Isny. Nicht vergessen hat Zollikofer, wie einer seiner Brummikollegen auf einer teilgesperrten Autobahn für freie Fahrt sorgte.

Über Funk sagte er durch: << Ich fahr die Baustellenampel jetzt ins Gebüsch, der Letzte stellt sie wieder auf. >> Statt Stau und Schneckentempo rollte es plötzlich auch wieder für Zollikofer. Ob die Ampel wirklich jemand aufgestellt hat, weiß er allerdings bis heute nicht.

<< Fünfzigster >> in Hannover

Zollikofer fand als Fernfahrer auch Freunde. Mit einem Norweger feierte er seinen 40. Geburtstag in Hamburg. Mit ihm und zwei Finnen steht er weiterhin in Kontakt. Seinen << Fünfzigsten >> feierte Zollikofer ebenso fern der Heimat: in Hannover. Diesmal jedoch war ihm seine Frau heimlich mit der Bahn gefolgt - und stand pünktlich zum Auftakt des Geburtstags um 24 Uhr mit zwei Freunden aus Hannover und einer Flasche Sekt vor der Tür.

Der Lkw bleibt vorerst in Zollikofers Hof stehen. << Verkaufen kann ich ihn immer >>, sagt der Noch-Spediteur. Seine drei Kinder im Alter von 24 bis 31 Jahre wollten die Spedition nicht übernehmen. << Das lohnt sich nicht mehr >>, sagt Zollikofer. Er selbst möchte noch etwas arbeiten - vielleicht Fahrzeuge überführen oder im Winter Schneepflug fahren. Aber erst einmal will er << richtig zuhause ankommen, ohne schon an die nächste Tour zu denken >>. (tjb, rom)

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